Über die Dichterin, die in Minneapolis von Beamten getötet wurde, fliegt viel Unsinn durch die Medien. Eine Spurensuche zwischen Schlagzeilen und Lyrik
© Foto: Clemes Bilan/EPA
Wie kaputt ein Land ist, lässt sich auch daran ablesen,
wie oft sich dieses Land ein Video anschaut, in dem eine unbewaffnete Frau erschossen wird. Als wäre der Tod der
37-jährigen Renee Good eine Szene eines Fußballspiels, über deren Wiederholung
gerade eine Nation zerfällt. Da ist dieses dunkelrote Auto, davor Männer mit
Waffen, Schreie, dann Schüsse, das Auto fährt weiter, zehn, zwanzig Meter,
kracht in ein parkendes Auto. Da ist die Information zu diesen verwackelten
Bildern: Am Mittwoch erschoss in Minneapolis ein Beamter der
Einwanderungsbehörde ICE die US-Bürgerin Renee Good in ihrem Honda. Und da ist
der Wahnsinn, bei dem aus einer Frau namens Renee Good zwei grundverschiedene
Figuren wurden.
