

Zu kaum einem Thema haben sie nichts zu sagen, die Podcaster Philip Hopf und Kiarash Hossainpour, online bekannt als „Hoss & Hopf“. Ihre verbindenden Themen sind „Finanzen, Makroökonomie und Geopolitik“, aber eigentlich wird „frei über die Welt und ihre aktuellen Trendthemen“ gesprochen. Sie sind also selbsterklärte Experten für alles.
Zum Beispiel ging es in Podcast-Folge #298 darum, dass die EU angeblich alle Messenger-Nachrichten auswerte und das EU-Parlament nicht basisdemokratisch gewählt sei, nicht von normalen Bürgern, wie Philip Hopf und Kiarash Hossainpour sie sind. Die Podcast-Hosts zählen zu der Szene von Influencern, die ihren Followern einreden, wie man erfolgreich wird und sein Geld investiert, und dass man Medien misstrauen soll. Sie bedienen eine digitale Politwelt, in der man mit reißerischen Überschriften wie: „Kommen wir ins Gefängnis fürs Nicht-Gendern?“ Reichweite generiert. In dieser Szene sind sie eine große Nummer.
„Weltanschaulich fundamental auseinanderentwickelt“
Nachdem die letzte Podcast-Folge am 5. Dezember 2025 erschien, hat sich das Podcast-Duo nun getrennt. Philip Hopfs Anwalt zufolge sei es ein „notwendiger und unumgänglicher Schritt“ gewesen. Bei allem Erfolg hätten „sich im Laufe des letzten Jahres die persönlichen und weltanschaulichen Wege der Protagonisten fundamental auseinanderentwickelt“.
Hopf sprach von einer einvernehmlichen Trennung. Hossainpour reagierte auf die Äußerung seines Ex-Kollegen erzürnt und schrieb auf X: „Vielleicht sind ihm meine Anti-Israel- und Zionismus-Tweets too much?“, woraufhin Antisemitismus-Vorwürfe gegen ihn laut wurden.
Seit seinem ersten Erscheinen im September 2022 entwickelte sich „Hoss & Hopf“ zu einem der reichweitenstärksten Podcasts im deutschsprachigen Raum. Auf Spotify sind alle Episoden weiterhin abrufbar, dort belegten Hoss und Hopf die oberen Ränge der Charts, auf einer Deutschland-Tournee füllten die beiden Hallen wie die Kölner Lanxess-Arena. Mehr als zwei Millionen Hörer streamten den Podcast monatlich. Dabei erscheinen auch Folgen, in denen Hoss und Hopf rechtslibertäre und verschwörungstheoretische Positionen propagierten. Wegen Falschinformationen und Verschwörungstheorien wurden Inhalte der beiden bereits 2024 auf Tiktok gesperrt.
Philip Hopf ist Mitinhaber der Hopf-Klinkmüller Capital Management GmbH & Co.KG (HKCM), die unter anderem Aktien- und Rohstoffkurse analysiert. Hossainpour, der eigenen Angaben nach in Dubai lebt, hat sich eine Reichweite als Krypto-Influencer aufgebaut.
Über das Ende des Podcasts berichtete zuerst die „Junge Freiheit“. Dem Blatt und den Medien allgemein warf Hossainpour vor, man habe ihn nicht kontaktiert und einfach drauflos geschrieben. Auf X schrieb er über vermeintliche „Ego-Probleme“ seines ehemaligen Kompagnons und „Mediendruck“ und drohte der Presse, die ihn nicht anfrage, sie „auseinander zu nehmen“. Hopfs Anwalt teilte auf Anfrage der F.A.Z. derweil mit, er lehne die „jüngsten Veröffentlichungen“ und die Rhetorik seines ehemaligen Kollegen ab. Vor wenigen Tagen teilte Hossainpour auf X wiederum die Idee, einen Solo-Podcast darüber zu starten, „warum die AfD die einzige Lösung für Deutschland ist“. Auf Anfragen der F.A.Z. reagierte Hossainpour bislang nicht.
