Venezuela: Der Papst setzt das richtige Zeichen

Leo XIV. ist, wenn man so will, das erste Staatsoberhaupt der Welt, das sich nach dem Angriff der Vereinigten Staaten auf Venezuela nicht nur mit Worten, sondern auch mit Gesten auf die moralisch richtige Seite stellt: Die Begegnung des aus den Vereinigten Staaten stammenden Papstes mit der Oppositionsführerin und Friedensnobelpreisträgerin María Corina Machado ist ein Bekenntnis zu einer Weltordnung, in der Gewalt nicht das erste und nicht das letzte Wort haben darf, sondern Recht und Freiheit.

Adressat dieser Botschaft ist der amerikanische Präsident Trump mindestens so sehr wie die Clique, die Venezuela seit mehr als zwei Jahrzehnten terrorisiert. Beide Seiten, so scheint es, könnten derzeit kaum besser miteinander auskommen.

Beide Seiten haben nicht eilig

Die neu-alte Führung um die Geschwister Rodríguez hat es offenkundig ebenso wenig eilig mit einer Rückkehr zur demokratischen Ordnung wie Trump.

Während der sich mit Öl zufriedengibt, beherrschen regierungstreue Kräfte das Straßenbild, fürchten Angehörige um das Leben Hunderter politischer Gefangener, haben acht Millionen Venezolaner, die ihre Heimat verlassen haben, keine Aussicht auf Rückkehr – Zustände, über die der amerikanische Präsident bislang so gut wie keine Worte verloren hat. Dröhnendes Schweigen auch in den anderen Hauptstädten der westlichen Welt, Berlin eingeschlossen.