Unwetterwarnung in Deutschland: Glatteis durch Tief Gunda – Wissen

Kaum ist das Sturmtief „Elli“ durchgezogen, ist die Warnkarte beim Deutschen Wetterdienst (DWD) schon wieder tiefrot: Unwetterwarnungen, Stufe drei von vier auf der Warnskala, galten am Montag von Nordfriesland bis Südbayern wegen Glatteisgefahr. Nur im Westen hatte sich das Wetter bald beruhigt, während es im Nordosten eine Vorab-Unwetterwarnung für die Nacht auf Dienstag gibt. In einer DWD-Meldung dazu ist von einer „brisanten Unwetterlage“ die Rede. Was ist denn nun schon wieder los?

Das aktuelle Wetter-Geschehen steht im direkten Zusammenhang mit dem der zurückliegenden Tage: „Das Problem ist das Zusammenspiel von Niederschlag mit der kalten Phase zuvor“, sagt DWD-Meteorologin Sabine Krüger. Hinter den erneuten Warnungen steht das Tief „Gunda“, das nördlich an den Britischen Inseln vorbei langsam Richtung Osten zieht und eine Front warmer Luft nach Deutschland schiebt. Die trifft dort aber auf die sehr kalte Polarluft, die an der Rückseite von „Elli“ aus nördlicher Richtung herangezogen wurde. Und auf Böden, die der harte Frost der vergangenen Tage mit bis zu 19 Grad unter null gründlich tiefgekühlt hat.

Die Unwetterwarnung ist eine Frage klarer Kriterien

Weil die warme Luft leichter ist als die eisige, gleitet sie auf der kalten Schicht auf, kühlt ab, und die Feuchtigkeit, die sie mitbringt, kondensiert zu Niederschlag. Damit daraus Schnee wird, müssten in der Höhe jedoch zweistellige Minusgrade herrschen. Dafür ist es dort aber nun dank Gunda verbreitet zu warm. Statt Schnee kommt daher ein unterkühlter Regen vom Himmel. „Dieser Regen fällt nun in die Frostluft und trifft auf durch den vergangenen Frost tief gefrorene Böden“, heißt es beim DWD im „Thema des Tages“ vom Sonntag. Die Folge ist, logischerweise, Glatteis.

Klingt so weit ziemlich normal. Und es ist nach einer kalten Periode auch nicht komplett ungewöhnlich, wie Krüger bestätigt. Ist das wirklich dramatisch genug, um als landesweites Unwetter zu gelten? Die Warnung, so Krüger, hat gerade mit der Verbreitung des Phänomens zu tun. Wenn Glatteis flächendeckend zu erwarten ist und deshalb erhebliche Verkehrsbehinderungen drohen, muss laut den DWD-Warnkriterien vor Unwetter gewarnt werden, auch wenn Landschaften und Stadtbilder nicht unmittelbar spektakulär aussehen mögen.

Am Dienstag soll sich die Lage jedoch wirklich beruhigen, womit eine „durchaus spannende und wechselvolle winterliche Episode“ endet, wie es beim DWD recht heiter heißt. Bis Dienstagmittag wird im Osten Deutschlands noch vor Glatteis gewarnt, danach bleibt es laut DWD-Prognose vorerst mild, Tauwetter. Die Schneedecke, die momentan über weiten Teilen Deutschlands liegt, dürfte damit in den tieferen Lagen bald Geschichte sein. Erst für kommende Woche deutet der DWD-Trend wieder auf „noch etwas zurückgehende Temperaturen hin“ – aber das ist so lange im Voraus eine sehr unsichere Aussage.