Berufungsprozess: Melanie Müller wegen Hitlergruß-Vorwurf zu Geldstrafe verurteilt

Die Schlagersängerin Melanie Müller ist wegen Hitlergruß-Vorwürfen und Drogenbesitzes auch in zweiter Instanz verurteilt worden. Die 37-jährige Angeklagte habe sich zum Ende eines Konzertes durch das Publikum
hinreißen lassen, mehrfach den gesteckten rechten Arm nach oben zu
strecken, sagte Karen Aust, Vorsitzende Richterin am Landgericht
Leipzig. Müller wurde nun zu einer Gesamtstrafe von 70 Tagessätzen à 50 Euro (insgesamt 3.500 Euro) verurteilt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Es kann Revision vor dem Oberlandesgericht eingelegt werden. 

Das Amtsgericht Leipzig hatte Müller 2024 wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger
und terroristischer Organisationen sowie Drogenbesitzes
zu einer
Geldstrafe über insgesamt 80.000 Euro verurteilt, aufgeteilt auf 160
Tagessätze zu je 500 Euro. Dagegen hatte Müller Berufung eingelegt. In dem zweiten Urteil fiel die Geldstrafe geringer aus, weil das Landgericht die Einkünfte Müllers deutlich niedriger einstufte. 

Amtsgericht schätzte Müllers Einkünfte niedriger ein

Im ersten Verfahren hatte Müller keine Angaben zu ihrem Einkommen gemacht. Der Amtsrichter schätzte die Einnahmen aufgrund eines „auffällig luxuriösen Lebensstils“ auf etwa 15.000 Euro pro Monat. Nun sagte Müller, dass sie kaum mehr Auftritte habe und mit einem Teilzeitjob 1.500 Euro verdiene. Unterstützung erhalte sie von ihrem Partner und ihren Eltern.

Die Verteidigung der Schlagersängerin hatte auf Freispruch plädiert. Müller habe keine rechte Gesinnung und die Geste sei zum Anfeuern des Publikums gedacht gewesen. Die gefundenen Drogen hätten einer Freundin gehört, die sie bei einem Besuch bei Müller zurückgelassen hatte. Das Gericht glaubte dem nicht.

Müller betont Unschuld

Nachdem die Ermittlungen bekannt wurden, hatte sich Müller
von rechtsradikalen Äußerungen öffentlich distanziert. Mit Nazis und Rechtsradikalen
habe sie nichts zu tun. Im aktuellen Berufungsverfahren sagte sie, sie habe das Konzert abgebrochen, nachdem ihr bewusst geworden sei, was dort gerufen wurde.

Müller wurde im
sächsischen Oschatz geboren. 2014 gewann sie die achte Staffel der
RTL-Dschungelshow Ich bin ein Star – Holt mich hier raus! und war
danach noch in zahlreichen TV-Formaten zu sehen. Als Schlagersängerin trat sie in Deutschland, Österreich und auf Mallorca auf.