Höchste Bundesliga-Pleite: „Peinlich, Komplettausfall“ – Nach dem 1:8-Debakel wirft sich Wolfsburg in Asche

Völlig überfordert kassiert der VfL Wolfsburg beim FC Bayern acht Gegentreffer. Nach der höchsten Bundesliga-Niederlage wird bei den Niedersachsen Klartext gesprochen. Spieler und Verantwortliche finden deutliche Worte.

Knapp 13 Jahre ist es her, als es am Stadion des Hamburger SV ein Grillfest gab. Die Mannschaft des HSV hatte Fans eingeladen. Es gab Bratwürste im Brötchen und Freibier. Auch wenn der Klub damals wissen ließ, dass die Zusammenkunft in erster Linie dazu dienen würde, mit dem Anhang in den Dialog zu treten, in der Öffentlichkeit wirkte das Grillfest viel mehr wie eine Entschuldigung für das, was die HSV-Fans Tage zuvor hatten ertragen müssen – nämlich ein 2:9 beim FC Bayern München.

Aktuell lädt das Wetter in Deutschland nicht dazu ein, den Grill anzuschmeißen. Dennoch stellt sich die Frage, ob sie beim VfL Wolfsburg überlegen, was sie für die Fans machen können, die am Sonntag in der Münchener Allianz Arena gewesen sind und das 1:8 (1:2) beim FC Bayern über sich ergehen lassen mussten?

Daniel Bauer, der Trainer des VfL, war nach der höchsten Niederlage der Wolfsburger in der Bundesliga zwar bemüht, den Schrecken des Jahresauftakts in München schnell abzuschütteln. „Spätestens morgen früh muss diese herbe Niederlage aus den Köpfen“, sagte der 43-Jährige am Sonntagabend mit Blick auf eine wegweisende Woche im Abstiegskampf mit den Heimspielen gegen den FC St. Pauli am Mittwoch und gegen Heidenheim am Samstag.

Trainer bittet VfL-Fans um Entschuldigung

Aber kann man dieses 1:8 gegen den FC Bayern wirklich einfach so abhaken und verdrängen? Der gegen Bayerns Flügel-Künstler Michael Olise völlig überforderte Wolfsburger Außenverteidiger Kilian Fischer sprach von „einem peinlichen Auftritt“ seiner Mannschaft in der zweiten Hälfte. Der neue Sportdirektor Pirmin Schwegler bezeichnete das, was in den 45 Minuten nach der Pause in der Allianz Arena passierte, als „einen Komplettausfall. Wenn du zweite Halbzeit 0:6 rausgehst, dann war nicht viel gut.“ Angreifer Dzenan Pejcinovic, der das zwischenzeitliche 1:1 erzielt hatte, befand, dass man sich nach einer guten ersten Hälfte „teilweise ergeben“ habe. Teilweise?

Bauer blieb nur, sich bei den mitgereisten VfL-Fans für den Untergang in der zweiten Hälfte „einfach zu entschuldigen“. Auch wenn die Bayern sich „da in Topform“ präsentiert hätten „und in einen Flow kamen“, wie der 43-Jährige nach seiner extrem bitteren München-Premiere meinte. Ex-Profi Schwegler mahnte: „Du bestehst in der Bundesliga nicht, wenn du so verteidigst.“

Als positiv werteten Sportdirektor, Trainer und Spieler am Sonntagabend nur, dass es in der englischen Woche sofort weitergehe. „Das einzig Gute ist, dass wir am Mittwoch schon wieder eine Reaktion zeigen können – und die brauchen wir“, sagte Schwegler eindringlich. „Wir werden am Mittwoch wieder ein anderes Gesicht zeigen“, versprach Fischer: „Zu Hause gegen St. Pauli und Heidenheim sollte man gewinnen.“

LaGa mit dpa