Marmoush und Salah treffen: Ägypten steht im Halbfinale des Afrika-Cups

Die Ägypter um Torschütze Rami Rabia (v. l.), Hossam Abdelmaguid (v. r.) und Hamdy Fathy (2. v. r.) bejubeln den zweiten Treffer ihrer Mannschaft

Stand: 10.01.2026 22:52 Uhr

Ägypten hat beim Afrika-Cup den Titelverteidiger Elfenbeinküste aus dem Turnier geworfen und darf vom achten Titel träumen. Die Ägypter siegten im Viertelfinale mit 3:2 und spielen nun gegen Senegal um den Einzug ins Endspiel.

Omar Marmoush brachte Ägypten schon in der 4. Minute in Führung. Ramy Rabia erhöhte zum 2:0 (32.). Die Elfenbeinküste, Vorrundengegner der deutschen Mannschaft bei der WM im Sommer, konnte noch vor der Pause verkürzen, der Treffer (40.) wurde als Eigentor von Ägyptens Verteidiger Ahmed El Fotouh gewertet. Liverpool-Star Mohamed Salah stellte nach der Pause (52.) mit dem Tor zum 3:1 den alten Abstand wieder her. Guela Doué (70.) schaffte für die Ivorer nur noch den Anschlusstreffer.

Ägypten im Halbfinale gegen Senegal

Die Ägypter treffen nun im Halbfinale am kommenden Mittwoch (14.01.2026) auf Senegal. Im anderen Halbfinale trifft Nigeria auf Gastgeber Marokko.

Die Ägypter erwischten im Stade Agrar in Agadir den besseren Start – und nutzten gleich die erste Angriffsmöglichkeit zur Führung: Frank Kessié ließ sich in der Vorwärtsbewegung den Ball abjagen, noch unglücklicher sah Odilon Kossonou im Duell mit Marmoush aus. Der frühere Frankfurter, bei Manchester City auf dem Abstellgleis, ließ Yahia Fofana im Kasten der Ivorer keine Chance.

Die Elfenbeinküste verstärkte nach dem frühen Rückstand die Offensive, bevorzugt über die linke Seite und Yan Diomande: Ein überlegter Rückpass des Leipzigers landete nach knapp 20 Minuten bei Amad Diallo, der den Ausgleich knapp verfehlte.

Elfenbeinküste mit starkem Diomande, aber in der Abwehr unaufmerksam

Die Ägypter standen unter Druck, kamen kaum noch aus der eigenen Hälfte – profitierten aber nach einer halben Stunde erneut von der Unaufmerksamkeit der ivorischen Abwehr: Salahs Eckball flog durch bis an den zweiten Pfosten, der aufgerückte Innenverteidiger Rabia konnte ungehindert zum zweiten Treffer einköpfen.

Den Treffer feierte Rabia mit der von Steph Curry berühmt gemachten Gute-Nacht-Geste – doch das Spiel war alles andere als gelaufen: Diomande brachte einen Eckball gefährlich an den Fünfmeterraum, Kossounou verlängerte mit den Haarspitzen, El Fotouh gab dem Ball beim Rettungsversuch den finalen Touch über die Linie.

Ägypten gnadenlos effizient – und mit Salah

Die Elfenbeinküste kam stürmisch aus der Kabine und hatte weiter mehr Spielanteile, im letzten Drittel fehlte aber oft die Präzision. Die Ägypter dagegen zeigten ihre Stärke beim schnellen Umschalten und ihre gnadenlose Effizienz: Rabia mit einem starken Steilpass auf Emam Ashour, der legte den Ball perfekt mit dem Außenrist genau in den Lauf von Salah – und Ägyptens Topstar vollendete zum 3:1.

Marmoush hätte kurz darauf schon endgültig den Deckel drauf machen können, nachdem Keeper Fofana einen Ball abklatschen ließ, den Nachschuss konnte er aber im letzten Moment abblocken (60.).

Spannende Schlussphase – Ägyptens Keeper El-Shewany hält den Sieg fest

Doch die Elfenbeinküste versuchte in der Folge, ins Spiel zurückzufinden: Kessié verfehlte nach einem Eckball den Kasten von Mohamed El-Shenawy nur knapp. Doch die Ivorer blieben bei Standards gefährlich: El-Shenawy konnte einen Kopfball aus kurzer Distanz noch abwehren, Doué setzte entschlossen nach und drückte den Ball akrobatisch aus der Luft über die Linie.

Das Spiel war auf einmal wieder spannend. Auch das Stadion, mit den ivorischen Fans in der Überzahl, war noch einmal angezündet. Die Elfenbeinküste drückte in der Schlussphase auf den Ausgleich. Der eingewechselte Vakoun Bayo hatte drei Minuten vor dem Ende die Chance per Kopf, aber El-Shenawy parierte. Die Elfenbeinküste brachte mit Seko Fofana und Bazoumana Toure in den Schlussminuten noch zwei neue Offensivkräfte. Diallo brachte in der Nachspielzeit noch einmal einen Freistoß in den ägyptischen Strafraum, aber auch den räumte Ägyptens Keeper ab – es war die letzte Chance in diesem Spiel.