Mit Wärmedecken und heißem Tee beginnt das neue Theaterjahr in Berlin: „Egal“ von Marius von Mayenburg an der Schaubühne ist eine hoch unterhaltsame Beziehungskomödie.
© Gianmarco Bresadola/ Schaubühne
Simone und
Erik sind ein ideales Paar: Ohne einander wären sie nicht lebensfähig. Miteinander
allerdings sind sie es auch nicht. Nichts fasziniert sie so sehr wie die
Mängel, die sie in ihrer Beziehung erkennen. Ihr spezieller
Masochismus besteht darin, einander zu verhören, zu misstrauen und in
Hinterhalte zu locken. In jeder Frage, die er ihr stellt, steckt eine Falle.
Alles, was sie ihm sagt, hat einen taktischen Sinn. Es geht nur darum, sich
moralische Überlegenheit, also Macht über den anderen zu verschaffen. Diese
Beziehung ist ein paradoxer Wettkampf: Beide wollen der schwächere Part sein,
der weniger schuldige.
