Müll: Forschende finden mehr Abfall im Rhein als bisher bekannt

Im Rhein treibt mehr Müll als bisher angenommen. Wie Forschende der Universitäten Bonn und Tübingen im Fachmagazin Communications
Sustainability
schreiben, schwimmen jährlich 3.000 bis 4.700 Tonnen Müll von mindestens einem Zentimeter Länge an
Köln vorbei. Das sei drastisch mehr als in manchen früheren Schätzungen, hat die Forschungsgruppe um die Studienleiterin Leandra Hamann festgestellt. Hamann zufolge handelt es sich um
53.000 Teile pro Tag.

Ein Großteil des Treibguts (70
Prozent) bestand laut der Studie aus Kunststoffen, die nur 15 Prozent des
Gewichts ausmachten. Mehr als die Hälfte aller gefundenen Objekte stammte von
privaten Verbrauchern, etwa 28 Prozent davon konnten Lebensmitteln oder
Getränken zugeordnet werden. Zehn Prozent der aus dem Fluss gefischten Gegenstände
waren Feuerwerkskörper. „Wenn man sich klarmacht, dass das nur an einem einzigen Tag abgefeuert wird, dann ist das schon der Wahnsinn“, sagte Hamann.

Forschende verzeichnen 1.955 Kilogramm Müll

An der Studie waren
neben den Wissenschaftlern auch Freiwillige beteiligt. Möglich wurde das durch eine Müllfalle mit der Bezeichnung RheinKrake. Diese fing auf einer Breite von drei Metern und einer
Tiefe von 80 Zentimetern Müllteile auf, die größer als 2,5 Zentimeter waren. Jeden zweiten Samstag im Monat wurden die eingefangenen Abfallteile von
Freiwilligen eingesammelt. Während des Studienzeitraums zwischen
November 2022 und November 2023 konnten dadurch insgesamt 17.523 Abfallstücke mit einer
geschätzten Gesamtmasse von 1.955 Kilogramm aufgefangen werden.

Die RheinKrake ist weiterhin in Betrieb. Die Forschenden arbeiten an einer weiteren Auswertung, um die Auswirkungen der EU-Pflicht für befestigte Flaschendeckel festzustellen. Während des Studienzeitraums machten Weinflaschen, Sektflaschen und Flaschenverschlüsse einen großen Teil des Treibguts aus.