Viele Deutsche denken derzeit daran, sich einen nicht ganz preiswerten Stromgenerator zuzulegen – wegen des Blackouts in Teilen von Berlin. Nicht immer werden sie gleich gekauft, und womöglich wäre ein Kauf auch nicht immer sinnvoll. Aber laut dem Online‑Preisvergleichsportal Idealo sind die Klickzahlen für „Generator“ nach dem Stromausfall im Vergleich zum Vortag um 1300 Prozent nach oben geschnellt.
Fragt man bei den großen Baumarktketten und bei Amazon nach, zeigt sich: Beim US‑Onlinehändler finden sich diese Woche mehrere Stromerzeuger unter den bestverkauften „elektrischen Gartenwerkzeugen“. Bei Hornbach waren Stromaggregate zeitweise ausverkauft – allerdings nur in den Märkten im Südwesten Berlins, nicht in ganz Deutschland. Obi in Steglitz verkaufte, wie andere Baumärkte in Berlin, neben Stromerzeugern auch besonders viele Taschenlampen, Batterien, Campinggaskocher, Kartuschen, Kerzen und Katalytöfen. Wenn etwas zur Neige ging, kam der Nachschub aus anderen Filialen im Umland, bei Hornbach sogar aus dem Südwesten der Republik.
Laut Bauhaus sei der Kauf all dieser für den Notfall gedachten Produkte „sicherlich sinnvoll“. Doch gerade bei Generatoren gibt es an der Sinnhaftigkeit eines Kaufs auch Zweifel. Die Geräte sind laut, werden mit Benzin oder Diesel betrieben und emittieren Abgase, weshalb sie nur im Freien benutzt werden sollten. Auch ihr Betrieb ist nicht so einfach, wie mancher denken mag.
Bauhaus verweist deswegen darauf, dass es wichtig sei, die Stromaggregate „trotz der aktuellen Sondersituation sach- und fachgerecht“ zu betreiben – und natürlich nur zum „jeweiligen Bestimmungszweck“, also zur Erzeugung einer bestimmten Menge Strom, die allerdings in der Regel nicht dazu ausreicht, die Vor‑Blackout‑Versorgung wiederherzustellen. Doch weil es eine Vielzahl unterschiedlicher Generatoren gebe, könne man bei Bauhaus keine generelle Aussage darüber treffen, ob man die Geräte innerhalb von Wohngebieten einsetzen sollte.
Ein Sprecher von Hornbach ist da etwas skeptischer. Hornbach hat Stromerzeuger in einer Preisspanne von 400 bis 900 Euro im Angebot. Das eigentliche Betätigungsfeld der röhrenden Geräte seien Baustellen, nicht Balkone in Zehlendorf. Deshalb sagt der Unternehmenssprecher: „Die Generatoren sind nicht massenweise für den Einsatz in Städten geeignet.“ Man müsse sich vor „Panikmache“ in Acht nehmen. In einer alleinstehenden Villa böten die Geräte – wenn auch nur kurzfristig – Abhilfe, wenn man sie im Garten aufstellen könne. Allerdings sei die Geräuschentwicklung von teils bis zu 90 Dezibel so hoch, dass im Sinne gutnachbarschaftlicher Beziehungen vorher mit den anderen Anwohnern gesprochen werden sollte. Das gelte für Mehrparteienhäuser umso mehr.
Ist also eine Powerstation die Lösung? Sie ist innen ohne Treibstoff nutzbar und erzeugt keine Emissionen. Doch leider ist auch sie kein Ersatz für Dauerstrom, eher eine Notlösung für Handy, Router und Laptop. Der Kühlschrank dürfte jedenfalls nach spätestens 24 Stunden wieder schlapp machen. Wenn das Stromnetz dann immer noch keinen Saft hat, kann man sie auch nicht wieder aufladen. Bleibt vor allem: Geduld.
