

Die russischen Bemühungen um die Gunst des amerikanischen Präsidenten Donald Trump haben einen Rückschlag erlitten. An Bord der Air Force One wurde Trump am Sonntag auf dem Rückflug aus Florida nach Washington auf die russische Behauptung angesprochen, die Ukrainer hätten in der Nacht auf Montag voriger Woche eine Residenz Wladimir Putins mit Drohnen angegriffen.
„Ich glaube nicht, dass es diesen Angriff gegeben hat“, sagte Trump. „Nicht weit entfernt“ von dem Gelände sei „etwas geschehen, aber das hatte nichts mit diesem Haus zu tun“, fuhr er fort. Es geht um die Residenz im Waldaj-Höhenzug zwischen Moskau und Sankt Petersburg, in der laut Recherchen exilrussischer Medien Putins Partnerin Alina Kabajewa mit zwei gemeinsamen, 2015 und 2019 geborenen Söhnen lebt.
Übereinstimmung mit Informationen der CIA
Der Kreml hatte den angeblichen Angriff „mit 91 Langstreckendrohnen“ auch als Schlag gegen Trump und dessen Friedensbemühungen im Ukrainekrieg dargestellt. Im Bestreben, die Geschichte zu belegen, wurde den Amerikanern am Neujahrstag ein angebliches Steuerungselement einer Drohne sowie eine Auswertung angeblicher Zieldaten durch Spezialisten des Militärgeheimdiensts GRU übergeben.
Jetzt wurde Trump darauf angesprochen, dass er nach einem Telefonat mit Putin am Montag voriger Woche noch gesagt hatte, er glaube dem russischen Herrscher. Das habe daran gelegen, dass „in diesem Moment niemand davon wusste“, antwortete Trump. „Ich habe das erste Mal davon gehört. Er sagte, sein Haus sei angegriffen worden. Nachdem wir es überprüfen konnten, glauben wir nicht, dass das passiert ist.“
Trumps Aussage deckt sich mit amerikanischen Medienberichten. Demzufolge unterrichtete der Direktor des Geheimdienstes CIA, John Ratcliffe, Trump am Silvestertag, in der fraglichen Nacht sei ein militärisches Objekt im Nowgoroder Gebiet, in dem die Residenz liegt, Ziel eines ukrainischen Angriffs geworden.
„Wir hoffen einfach, dass Russland und die Ukraine das beilegen können“, sagte Trump in der Air Force One über den Krieg. Dann hob der amerikanische Präsident vor dem Hintergrund, dass mittlerweile die europäischen NATO-Partner der USA für deren Militärunterstützung der Ukraine bezahlen, und in Anspielung auf sein eigenes Rohstoffabkommen mit Kiew hervor, dass der Krieg „uns nichts kostet“.
Medwedew droht dem „Neonazi“ Merz
Ähnlich hatte sich Trump schon am Samstag in seinem Anwesen Mar-a-Lago in Florida geäußert und gesagt, „niemals“ habe er mit Putin über den von den USA in ihre Gewalt gebrachten venezolanischen Machthaber Nicolás Maduro gesprochen, der ein Verbündeter Russlands war.
„Ich bin nicht begeistert von Putin“, sagte Trump bei dieser Gelegenheit auch. „Er tötet zu viele Menschen.“ Mit Blick auf Maduros Sturz überlässt Putin, der Verlierer verachtet und seine Beziehung zu Trump nicht zusätzlich belasten will, seinen Untergebenen das Feld. Sie variieren Klagen über einen Völkerrechtsbruch.
Der frühere Präsident Dmitrij Medwedjew verband diese Linie gegenüber der Staatsnachrichtenagentur Tass mit der Umdeutung des Angriffskrieges gegen die Ukraine zu einem Verteidigungsringen gegen „Neonazis“. Als solchen stellte Medwedjew Bundeskanzler Friedrich Merz dar und äußerte mit Blick auf das Geschehen in Caracas, „die Entführung dieses Neonazis Merz“ könne „diese Karnevalsserie“ fortsetzen.
