Die Zeit rund um Silvester nutzen viele Menschen, um auf das neue Jahr zu blicken und sich Vorsätze zu überlegen. In Deutschland ist es der Wunsch, mehr Geld zu sparen, den die meisten Menschen laut der Erhebung „Statista Consumer Insight“ für 2026 hegen, dicht gefolgt von mehr Sport und einer gesunden Ernährung. Aber unabhängig davon, ob Menschen im neuen Jahr wirklich öfter aufs Rad steigen oder mehr Geld anlegen, gibt es Veränderungen, die 2026 auf jeden Fall eintreten. Ein Überblick.
Konsum
Wer das Weihnachtsgeld vor Silvester nicht bereits aufgebracht hat, kann im Verlauf des kommenden Jahres unter verbraucherfreundlicheren rechtlichen Rahmenbedingungen konsumieren – sowohl im Geschäft als auch im Netz. Etwa, wenn aus Versehen ein Vertrag mit nur einem Klick im Netz abgeschlossen wird. Das wird zwar auch 2026 möglich sein, allerdings müssen Unternehmen, die ein Abonnement im Netz per Knopfdruck anbieten, künftig verpflichtend einen Widerruf-Knopf bereitstellen. Die Möglichkeit also, das Abo mit einem Klick rückgängig zu machen. Spätestens bis zum März 2026 muss die Bundesregierung das entsprechende EU-Gesetz in nationales Recht überführt haben.
Ferner sollen Verbraucher bei bestimmten Produkten ein Recht auf Reparatur erhalten. Demnach besteht künftig für defekte Geräte außerhalb der Gewährleistung eine Reparaturpflicht. Die EU-Richtlinie dazu wurde bereits im Juli 2024 verabschiedet, bis zum 31. Juli 2026 muss die Bundesregierung sie in nationales Recht geschrieben haben. Betroffen sind Produkte, die die EU in der sogenannten Ökodesign-Verordnung listet. Darunter fallen unter anderem Haushaltswaschmaschinen, Waschtrockner, Geschirrspüler und Kühlgeräte. Die Pflicht zur Reparatur gilt je nach Produkt für einen Zeitraum zwischen fünf und zehn Jahren nach dem letzten Inverkehrbringen. Die Kosten für die Reparatur trägt der Käufer.
Wer beim Einkaufen auf Nachhaltigkeit achten möchte, kann sich künftig stärker auf Labels und Zertifikate verlassen, die Angaben über die ökologische Auswirkung von Produkten machen. Mit einer neuen EU-Regulierung soll künftig stärker gegen Greenwashing vorgegangen werden. Textaussagen diesbezüglich sind künftig nur noch gültig, wenn Unternehmen diese belegen können. Wer als Unternehmen etwa „klimaneutral“ auf die eigenen Produkte schreibt, muss auch Beweise dafür liefern. Von 27. September 2026 an soll die Regel gelten.
Mobilität
Das Deutschlandticket wird von Januar 2026 an teurer. Künftig kostet es 63 Euro pro Monat, nachdem der Preis bereits 2025 von 49 auf 58 Euro angehoben wurde. Grund dafür ist ein Streit zwischen Bund und Ländern bei der Frage der Finanzierung.
Auch für Autofahrer wird es wohl teurer: Sprit dürfte ab dem kommenden Jahr im Preis steigen. Denn vom 1. Januar 2026 an wird der CO₂-Preis auf fossile Kraftstoffe, die CO₂-Abgabe, durch die Versteigerung von Zertifikaten ermittelt. Bislang war der CO₂-Preis ein Fixpreis, der gesetzlich vorgegeben wurde. Jetzt werden die Zertifikate in einem Korridor von 55 Euro bis 65 Euro gehandelt. Inwiefern der Preis für Benzin und Diesel im Jahr 2026 tatsächlich steigt, hängt auch von anderen Faktoren wie dem Ölpreis ab.
Es gibt aber auch gute Nachrichten – zumindest für diejenigen, die zu ihrer Arbeitsstelle pendeln. Die Pendlerpauschale wird zum ersten Januar angehoben. Ab Jahresbeginn gibt es 38 Cent ab dem ersten Kilometer, die man in seiner Steuererklärung geltend machen kann. Das gilt für alle Verkehrsmittel, also nicht nur für Auto-Pendler, sondern auch für Bahn- oder Fahrradfahrer. Bislang galt für die ersten 20 Kilometer ein Satz von 30 Cent und erst ab dieser Distanzmarke dann 38 Cent.
Wohnen
Auch bei den Heiz- und Stromkosten ändert sich im kommenden Jahr einiges. Die Änderungen bei der CO₂-Abgabe, die 2026 in Kraft treten, betreffen auch Verbraucher, die mit Öl oder Gas heizen. Die Preise könnten sich laut ADAC auf bis zu 1,55 Cent pro Kilowattstunde bei Gas und bis zu 20,70 Cent pro Liter Öl erhöhen, jeweils inklusive Mehrwertsteuer.
Gleichzeitig möchte die Bundesregierung die Energiekosten senken, indem sie zum 1. Januar 2026 die Gasspeicherumlage abschafft, den Aufschlag auf den Gaspreis also, mit dem die Kosten für das Befüllen und Vorhalten der deutschen Gasspeicher finanziert wurden. Das wirkt sich laut Bundesregierung nicht nur auf die Gas-, sondern auch auf die Strompreise aus. Denn niedrigere Gaspreise führen zu günstigerer Stromproduktion in Gaskraftwerken.
Zudem möchte die Bundesregierung die Strom-Netzentgelte im kommenden Jahr bezuschussen, um die Stromkosten zu senken. Die vier großen Übertragungsnetzbetreiber erhalten 2026 einen Bundeszuschuss von 6,5 Milliarden Euro aus dem Klima- und Transformationsfonds (KTF). Für eine Familie mit 3500 Kilowattstunden Stromverbrauch pro Jahr würde das laut Angaben des Bundes circa 100 Euro Entlastung im Jahr bedeuten.
Sonstiges
Familien sollen 2026 finanziell entlastet werden. Dafür steigt das Kindergeld um vier Euro pro Kopf, auf 259 Euro pro Kind. Zudem werden Familien über passive Zuschüsse entlastet. So steigt der Kinderfreibetrag um 156 Euro auf 9756 Euro.
Auch für Urlauberinnen und Urlauber stehen Veränderungen an. Reisende sollen in der EU künftig mehr Rechte bei der Stornierung von gebuchten Pauschalreisen und Kostenerstattung haben. Wer seinen als Komplettpaket gebuchten Urlaub aus außergewöhnlichen und unvermeidbaren Umständen stornieren muss, soll dafür keine Gebühr mehr zahlen müssen. Wann die Veränderung genau in Kraft tritt, ist bisher jedoch nicht entschieden. Mitgliedsstaaten und Europaparlament haben sich Anfang Dezember auf die Änderungen geeinigt. Als Nächstes muss die Einigung formell vom Europäischen Parlament und den Mitgliedstaaten bestätigt werden.
