

Die Wehrhaftigkeit Deutschlands hängt auch davon ab, dass Frauen bereit sind, ihrem Land zu dienen. Sie hierfür zu begeistern und langfristig zu halten, kann nur gelingen, wenn sie sich in der Bundeswehr willkommen fühlen. Dass eine entsprechende Kultur noch nicht in allen Teilen der Truppe gelebt wird, zeigen die erschreckenden Fälle von sexualisiertem Fehlverhalten bei den Fallschirmjägern.
Die Frauen im Fallschirmjägerregiment 26 erlebten Exhibitionismus, sie mussten sich Pornowitze und Vergewaltigungsphantasien anhören. Beschwerden über dieses Verhalten wurden von den Kameraden mit Mobbing quittiert.
Mit Kameradschaft, die gerade in einer Truppe wie den Fallschirmjägern extrem wichtig ist, hat das nichts zu tun. Denn die fußt auf Vertrauen und Verlässlichkeit, nicht auf Erniedrigung und Ausgrenzung.
Die Ereignisse in Zweibrücken – neben Frauenhass sind auch rechtsextremistische Vorfälle und Rauschgiftgebrauch dokumentiert – werfen Fragen auf zum Wertegerüst einiger Soldaten. Der Verteidigungsminister verspricht nun, die Vorfälle konsequent aufzuklären und zu ahnden.
Das ist richtig und wichtig, aber auch nicht mehr als selbstverständlich. Die Bundeswehr muss sich darüber hinaus fragen, wie sie jeder Soldatin und jedem Soldaten vom ersten Tag an zeigt, was demokratische Werte sind und wie sie im Dienst für Deutschland gelebt werden.
