Friedrich Gulda: Er kam auch mal nackt auf die Bühne – Kultur

Auf einem Schwarz-Weiß-Foto von Oktober 1950 sieht man den Zwanzigjährigen auf dem Weg zu seinem Debüt in der legendären New Yorker Carnegie Hall. Friedrich Gulda kommt die Rampe der Ellis Island Ferries herunter, lächelt in die Ferne, in der rechten Hand einen Lederkoffer, in der linken eine Dokumentenmappe, die Schuhe sind geputzt, Anzug und Krawatte sitzen. Dass dieser Aufzug Konvention und nicht unbedingt Ausdruck von Guldas ästhetischer Grundhaltung war, zeigt sich schon in den allerersten Tonaufnahmen des Pianisten, die nun in einer 84-CD-Edition bei Deutsche Grammophon wieder präsent sind.