Gespräche über die DDR: „Und dann kommen wir und bohren herum“

DIE ZEIT: Obwohl Sie die DDR nicht mehr erlebt haben, arbeiten Sie sich alle drei an ihrer Geschichte und ihrem Alltag ab. Wie ist das, wenn Sie an Feiertagen wie jetzt zu Weihnachten mit Ihrer Familie am Tisch sitzen: Spricht man offen über die Vergangenheit – oder herrscht zwischen den Generationen eher Schweigen?

Olivia Schneider: Meine Eltern schweigen nicht, aber ich habe Hemmungen, sie zu fragen. Es wirkt auch so künstlich: Nun ist endlich Weihnachten, wir sitzen zusammen am Tisch, also muss jetzt geredet werden. Ich wünschte, solche Gespräche entstünden eher nebenbei, aber das passiert selten. Außerdem beschäftige ich mich auf Instagram mit der DDR und habe Angst, dass es so wirkt, als würde ich meine Eltern nur befragen, um es später weiterzuverarbeiten.