
Die Vorsitzende
des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB), Yasmin Fahimi, fordert von der
Bundesregierung, die drohenden Zusatzkosten aus dem Renteneintritt der
Babyboomer-Jahrgänge vorübergehend mit Steuergeld auszugleichen. „Keine
Generation – egal ob jung oder alt – sollte allein für die sogenannte
Boomer-Welle aufkommen müssen“, sagte Fahimi dem Magazin Focus. „Wir müssen
diese besondere, zeitlich begrenzte Herausforderung mit einem zusätzlichen
temporären Steuerzuschuss auffangen.“
Die
Gewerkschafterin regte die Einrichtung eines „Demografiefaktors“ an. „Man
könnte die zusätzlichen Kosten berechnen, die in den zwölf kritischen Jahren
durch die Babyboomer in der Rente auftreten, und diese Spitze dann entsprechend
steuerlich abfangen“, sagte die Gewerkschafterin. Um diesen Faktor könne man
den Steuerzuschuss erhöhen, „bis diese außergewöhnliche Phase ausläuft“.
Führende Ökonomen
warnen bereits seit einiger Zeit davor, dass die gerade verabschiedete Rentenreform
der Bundesregierung mittelfristig über höhere Steuern finanziert werden muss.
Knapp ein Viertel des Bundeshaushalts bezuschusst bereits die Rentenkasse
Der Gipfel der Babyboomer-Welle
war der Geburtsjahrgang 1964. Die geburtenstarken
Jahrgänge gehen bereits nach und nach in Rente. Schon jetzt fließt ein erheblicher Teil des Bundeshaushalts in Zuschüsse an die Rentenkassen. 2026
sind es 127,8 Milliarden Euro, knapp ein Viertel des Etats.
Fahimi schlägt ferner
einen regelmäßigen Austausch zwischen Arbeitgeberverbänden und Gewerkschaften
im Kanzleramt vor. Aus diesen Treffen könnten ihrer Ansicht nach „Leitlinien entstehen, die sich dann in Regierungshandeln übersetzen,
zur Stärkung der Wirtschaft beitragen und damit auch zur Befriedung der
Gesellschaft“, sagte die Gewerkschafterin.
