Rekorde und Podeste: So sieht der Erfolgsplan des deutschen Eisschnelllauf-Teams aus

Finn Sonnekalb

Stand: 24.11.2025 15:47 Uhr

Das deutsche Eisschnelllauf-Team hat in Nordamerika einen furiosen Saisonstart hingelegt. Mehrere deutsche Rekorde fielen und das Top-Talent Finn Sonnekalb feierte zwei Podestplätze. Der Erfolg ist kein Zufall, sondern Teil eines klaren Plans des Verbandes.

Für Außenstehende mögen die Erfolge durchaus überraschend kommen, nicht aber für die Sportdirektorin der deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft Nadine Seidenglanz: „Wir haben die letzten Jahre schon einen klaren Aufwärtstrend gezeigt. Dass es so funktioniert in diesem Jahr, ist Teil eines längerfristigen Plans.

Gute Planung für den Erfolg

Kleine Stellschrauben sind die Reise- und Wettkampfplanung. Die Deutsche Meisterschaft wurde beispielsweise so angesetzt, dass das Team als eines der ersten zum Weltcup-Auftakt in Nordamerika anreisen konnte. Damit konnten sich die Athleten perfekt auf die Bedingungen vor Ort einstellen konnte und waren zum Wettkampf auf dem höchsten Leistungsniveau.

Als Einheit besser werden

Doch Podestplatzierungen und Rekorde sind nicht nur das Ergebnis guter Reiseplanung. Sie sind das Ergebnis einer guten Vorbereitung: Im Fall des deutschen Eisschnelllauf-Teams hieß das: viele gemeisame Trainingseinheiten, um sich besser kennenzulernen und zu unterstützen. Es sollte ein besonderes Teamgefühl entstehen, eine Einheit. Dabei spielte auch mentales Training eine große Rolle, erklärte Sportdirektorin Seidenglanz im Sportschau-Interview.

Überflieger Sonnekalb ist große Olympia-Hoffnung

Für den Aufschwung steht vor allem ein Name: Finn Sonnekalb. Mit erst 18 Jahren scheint er bereits in der absoluten Weltspitze angekommen zu sein. Beim Weltcup-Auftakt in Salt Lake City stürmte der Teenager über die 1.500 Meter in deutscher Rekordzeit auf Rang drei. Die Leistung bestätigte der Erfurter gleich beim nächsten Weltcup in Calgary mit Platz zwei über 1.500 Meter.

Finn Sonnekalb fährt als Medaillenkandidat zu den Olympischen Spielen.

Für den 18-Jährigen ist es die erste komplette Weltcupsaison und auch hier scheint der Plan des Verbands perfekt aufzugehen. „Es freut mich, dass wir da Geduld hatten. Auf solche Talente muss man gut aufpassen. Da ist noch sehr viel Möglichkeit, sehr viel Potential nach oben„, erklärt Seidenglanz nach den ersten Podestplätzen des deutschen Top-Talents in der A-Gruppe der Erwachsenen.

Der Übergang zu den Profis scheint für Sonnekalb mühelos zu verlaufen. Er ist nach seinem starken Saisonstart bereits für Olympia qualifiziert und lässt den Verband hoffen. „Natürlich hat er auch eine Medaillenchance, wenn man da vorne mitläuft und die Niederländer schlägt. Da ist alles möglich„, meint Seidenglanz.

Fokus auf der Team-Verfolgung

Die Last liegt aber nicht allein auf den Schultern des 18-Jährigen, der Plan der Deutschen Eisschnelllauf-Gesellschaft ist klar: Zehn Athleten sollen sich für Olympia qualifizieren, sowie die Verfolger-Teams der Frauen und Männer.

Überhaupt lag der Fokus des deutschen Eisschnelllaufens in den vergangenen Jahren auf dem Team und das bereits mit großem Erfolg: Lea Sophie Scholz, Josephine Schlörb und Josie Hofmann wurden im Januar 2024 Vize-Europameisterinnen in der Verfolgung.

Genau dieses Trio will nun auch gemeinsam zu Olympia. Beim Saisonstart in Nordamerika setzte man schon ein erstes Ausrufezeichen gesetzt. In Salt Lake City lief das Team in 2:54.38 Minuten auf Rang vier und knackte damit einen 20 Jahre alten deutschen Rekord.

Schon jetzt bereit für Olympia?

Und auch das Männer-Verfolger-Team ließ bereits aufhorchen: Patrick Beckert, Felix Maly und Fridtjof Petzold siegten in der B-Gruppe. Mit ihrer Zeit von 3:39,17 Minuten knackten sie ebenfalls den bisherigen deutschen Rekord und stiegen in die A-Gruppe auf. Bis zu den Olympischen Spielen in Italien sind zwar noch einige Weltcups zu absolvieren, aber schon jetzt scheint klar Team Deutschland hat im Eisschnelllaufen in dieser Saison Großes vor.