
Vor dem Winter haben die Ukraine und Russland ihre Angriffe auf die Energieinfrastruktur des jeweils anderen Landes verstärkt. Bei einem nächtlichen russischen Luftangriff auf die südostukrainische Frontregion Saporischschja sind Behördenangaben zufolge fast 60.000 Menschen von der Stromversorgung abgeschnitten worden.
Alle Ereignisse rund um den Krieg in der Ukraine und die Sicherheitspolitik in Europa im Liveticker:
17:00 Uhr – Selenskyj dankt Merz „persönlich“ für Patriot-Systeme
Die Ukraine hat die Patriot-Komponente ihrer Luftverteidigung verstärkt. Das teilte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj auf der Plattform X mit und bedankte sich auf Deutsch bei Bundeskanzler Friedrich Merz. „Ich danke Deutschland und persönlich Bundeskanzler Friedrich Merz für diesen gemeinsamen Schritt zum Schutz von Menschenleben vor dem russischen Terror. Eine Zeit lang haben wir diese Verstärkung der Luftverteidigung vorbereitet, und nun sind die getroffenen Vereinbarungen umgesetzt. Ich danke allen, die dazu beigetragen haben!“
Das Bundesverteidigungsministerium hatte im August angekündigt, der Ukraine weitere Systemanteile zu übergeben, um die Luftverteidigung des Landes mit zusätzlichen Patriot-Batterien zu stärken. Verteidigungsminister Boris Pistorius hatte zuvor mit seinem US-Amtskollegen Pete Hegseth vereinbart, dass Deutschland im Gegenzug neu produzierte Patriot-Systeme aus den Vereinigten Staaten erhalten solle, um seinen eigenen „Nato-Verpflichtungen auch weiterhin gerecht werden“ zu können.
Selenskyj kündigte in seinem Beitrag auf X weitere Schritte beim „Aufbau eines zuverlässigen Luftverteidigungssystems“ an. „Die Verhandlungen über weitere gemeinsame Schritte zur Stärkung der Luftverteidigung dauern an – sowohl auf Regierungsebene als auch direkt mit den Herstellern der notwendigen Systeme“, kündigte Selenskyj an. „Unsere Sicherheit ist unteilbar – das bedeutet, unsere Luftverteidigung muss uns alle schützen.“
15:33 Uhr – Russen rücken in Pokrowsk weiter vor
Russische Truppen sind bei schweren Kämpfen um die ostukrainische Stadt Pokrowsk weiter in das Stadtinnere vorgerückt. Das berichtete der regierungsnahe ukrainische Militärkanal Deep State auf Telegram, ohne weitere Details zu nennen. Zuvor hatte der ukrainische Oberbefehlshaber Olexander Syrskyj darauf verwiesen, dass die Operation zur Vertreibung der russischen Einheiten aus der Stadt fortgesetzt werde.
Mehrere hundert russische Soldaten waren in den vergangenen Tagen durch die ukrainischen Linien rund um die Stadt gesickert und hatten sich im Zentrum von Pokrowsk festgesetzt. Russische Truppen stürmen seit mehr als einem Jahr mit hohen Verlusten gegen die Bergbaustadt Pokrowsk im Donbass an, die vor dem Krieg etwa 60.000 Einwohner hatte. Den ukrainischen Truppen in Pokrowsk und der Nachbarstadt Myrnohrad droht die Einkesselung.
Mit Spezialkräften hinter den russischen Linien versucht die Ukraine angeblich, den Fall von Pokrowsk aufzuhalten. Ein Kommandotrupp sei mit dem Hubschrauber abgesetzt worden und solle die Nachschublinien nach Pokrowsk und Myrnohrad freikämpfen, berichteten ukrainische Medien unter Berufung auf Quellen im Militärgeheimdienst HUR. Das russische Verteidigungsministerium in Moskau behauptete, die ukrainischen Spezialkräfte seien „vernichtet“ worden. Unabhängige Berichte zu den Vorgängen waren nicht möglich.
13:00 Uhr – Selenskyj: Tausende Drohnen und Bomben in einer Woche
Dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zufolge hat Russland allein in dieser Woche fast 1500 Kampfdrohnen, 1170 Lenkbomben und mehr als 70 Raketen gegen die Ukraine eingesetzt. „Es gab Treffer auf ganz normale Wohnhäuser und zivile Infrastruktur genauso wie zahllose Terrorangriffe, die auf den Energiesektor zielten“, schrieb Selenskyj im sozialen Netzwerk X.
Moskau wolle den Menschen in der Ukraine schaden. Die Kiewer Regierung arbeite daran, die Energieversorgung für den Winter zu sichern. Selenskyj dankte allen ausländischen Partnern, die Hilfe beim Schutz für das Energiesystem leisteten – darunter auch Deutschland, den USA und der EU.
11:40 Uhr – Ganze Region Donezk nach russischen Angriffen ohne Strom
Nach russischen Angriffen auf die Energie-Infrastruktur ist in der gesamten ostukrainischen Region Donezk der Strom ausgefallen. Dies teilt Regionalgouverneur Wadym Filaschkin mit. Die Behörden arbeiteten an der Wiederherstellung der Stromversorgung. Zuvor waren bereits in der südöstlichen Region Saporischschja nach russischen Angriffen in der Nacht fast 60.000 Einwohner ohne Strom, wie der dortige Gouverneur Iwan Fedorow mitteilte.
10:53 Uhr – Ukraine meldet sechs Tote nach nächtlichen russischen Angriffen
Bei einer Welle nächtlicher russischer Raketen- und Drohnenangriffe in der Ukraine sind in der Nacht zu Sonntag nach ukrainischen Angaben sechs Menschen getötet worden. „Russische Streitkräfte haben die Regionen Dnipropetrowsk und Odessa angegriffen“, teilte die ukrainische Generalstaatsanwaltschaft im Onlinedienst Telegram mit. „Sechs Menschen wurden getötet, darunter zwei Kinder“, hieß es weiter.
09:13 Uhr – Besatzung von russischem Öltanker musste in Sicherheit gebracht werden
Durch den offenbar erfolgreichen ukrainischen Drohnenangriff ist auch auf einem Öltanker im russischen Hafen Tuapse am Schwarzen Meer ein Brand ausgebrochen. Die Besatzung sei vom Schiff gebracht worden, teilte der Zivilschutzstab der südrussischen Region Krasnodar mit. Auch das Terminal zur Ölverladung sei durch den Angriff beschädigt worden.
Telegramkanäle verbreiteten Fotos, die auf gleich drei Brände im Hafen hindeuten.
Später ergänzte der Stab, zwei zivile ausländische Schiffe unter ausländischer Flagge seien beschädigt worden. Nähere Erläuterungen wurden nicht gemacht. Auch über anderen Hafenstädten der russischen Schwarzmeerküste seien Trümmer ukrainischer Drohnen niedergegangen, hieß es.
08:04 Uhr – Zehntausende ohne Strom in ukrainischer Frontregion Saporischschja
Bei einem nächtlichen russischen Luftangriff auf die südostukrainische Frontregion Saporischschja sind Behördenangaben zufolge fast 60.000 Menschen von der Stromversorgung abgeschnitten worden. Zwei Menschen seien verletzt und mehrere Gebäude zerstört worden, teilt der Gouverneur der Region, Iwan Fedorow, mit. Die Reparaturteams würden die Stromversorgung wiederherstellen, sobald es die Sicherheitslage zulasse. Russland hat mit Beginn der Heizperiode seine Angriffe mit Raketen und Drohnen auf Energie-Anlagen verstärkt. Die Oblast Saporischschja ist fast täglich Artillerie-, Raketen- und Drohnenbeschuss ausgesetzt.
05.45 Uhr – Kreml hält Treffen mit Trump derzeitig für unnötig
Der Kreml hält ein Treffen zwischen Präsident Wladimir Putin und US-Präsident Donald Trump zur Lösung des Ukraine-Konflikts derzeit nicht für nötig. Vielmehr sei „sehr sorgfältige Arbeit an den Details“ erforderlich, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow am Sonntag laut der staatlichen Nachrichtenagentur Tass.
01:31 Uhr – Russland meldet nach Drohnenangriff Brand in Ölhafen
Ein ukrainischer Drohnenangriff hat nach russischen Angaben in der russischen Schwarzmeer-Hafenstadt Tuapse einen Brand ausgelöst und Hafenanlagen beschädigt. Der Hafen beherbergt ein wichtiges Ölterminal und eine Raffinerie des Konzerns Rosneft, die bereits mehrfach Ziel von Angriffen waren. Dies teilte die Regionalverwaltung von Krasnodar mit. Berichte über Verletzte gab es nicht.
Telegramkanäle verbreiteten Fotos, die auf gleich drei Brände im Hafen hindeuten. An der russischen Schwarzmeerküste sind Noworossijsk und Tuapse die wichtigsten Häfen für den Ölexport.
Samstag, 1. November
23:33 Uhr – Stromausfälle in besetzten ukrainischen Regionen
In Teilen der von Russland besetzten Gebiete der Ukraine ist es nach ukrainischen Drohnenangriffen zu Stromausfällen gekommen. „In der Luhansker Volksrepublik gibt es erneut Stromausfälle“, meldeten örtliche Medien. In Luhansk selbst gebe es Schwankungen der Stromspannung. Ukrainischen Militärbeobachtern zufolge führten Drohneneinschläge in einem Umspannwerk von Altschewsk zu den Ausfällen.
Zuvor war es im besetzten Teil des Gebiets Saporischschja ebenfalls zu Problemen mit der Stromversorgung gekommen. „In Verbindung mit der nächsten Attacke vonseiten der ukrainischen Armee auf Energieobjekte ist der nördliche Teil der Region ohne Elektroenergieversorgung“, hatte der von Moskau eingesetzte Gouverneur des Gebiets, Jewgeni Balizki, bei Telegram mitgeteilt. Eine knappe Stunde später berichtete er jedoch bereits über eine vollständige Wiederherstellung der Stromversorgung.
Die Ukraine wehrt sich seit mehr als dreieinhalb Jahren gegen eine russische Invasion. Vor allem Russland greift dabei immer wieder ukrainische Energieanlagen an, wodurch in vielen Landesteilen Strom oft nur stundenweise verfügbar ist. Kiew wiederum attackiert regelmäßig hauptsächlich russische Erdölraffinerien, aber auch zunehmend Umspannwerke auf russischem Gebiet.
19:47 Uhr – Ukraine: Zahl russischer Raketenangriffe im Oktober auf höchstem Stand seit 2023
Russland hat im Oktober mehr Raketen auf die Ukraine abgefeuert als in jedem anderen Monat seit Anfang 2023, als es mit seinen nächtlichen Angriffen auf das ukrainische Stromnetz begann. Laut einer Auswertung von Daten der ukrainischen Luftwaffe durch die Nachrichtenagentur AFP feuerte Russland im Oktober mehr als 270 Raketen ab, 46 Prozent mehr als im Monat zuvor. Dies war die höchste Zahl in einem Monat, seitdem Kiew Anfang 2023 damit begann, täglich die Zahl der Angriffe zu veröffentlichen.
12:14 Uhr – Ukraine verkündet Spezialkräfte-Einsatz bei Pokrowsk – Russland meldet Vereitelung
Mit Spezialkräften hinter den russischen Linien versucht die Ukraine angeblich, den Fall der bedrängten Stadt Pokrowsk im Osten aufzuhalten. Ein Kommandotrupp sei mit dem Hubschrauber abgesetzt worden und solle die Nachschublinien nach Pokrowsk und Myrnohrad sichern, berichteten ukrainische Medien unter Berufung auf Quellen im Militärgeheimdienst HUR. Geheimdienstchef Kyrylo Budanow sei selbst an der Front, um die Aktion zu befehligen, meldete der Rundfunksender Suspilne.
Das russische Verteidigungsministerium bestätigte den Angriff, erklärte jedoch, die Operation sei vereitelt worden. „Alle elf Personen, die von dem Hubschrauber abgesetzt wurden, wurden vernichtet“, hieß es in Moskau. Quellen im HUR in Kiew widersprachen und betonten, der Einsatz gehe weiter. Moskau behauptete zudem, Pokrowsk sei eingekesselt und ukrainische Soldaten hätten begonnen, sich zu ergeben – Angaben, die sich nicht unabhängig überprüfen lassen. Beobachter halten es für möglich, dass die russische Seite mit Berichten über eine angebliche Kapitulation die Moral der Verteidiger schwächen will.
Nach Angaben des ukrainischen Militärs bleibt die Lage „schwierig und dynamisch“. Man habe zusätzliche Einheiten verlegt, um die Front zu stabilisieren. Pokrowsk ist Teil einer zentralen ukrainischen Verteidigungslinie im Donezker Gebiet und seit Monaten schwer umkämpft. Präsident Selenskyj erklärte, die russischen Angreifer seien den Verteidigern inzwischen im Verhältnis von acht zu eins überlegen.
11:49 Uhr – Ukraine meldet Beschuss von wichtiger Pipeline in Russland
Das ukrainische Militär hat nach eigenen Angaben eine wichtige Pipeline in der Region Moskau beschossen. Über die getroffene Kolzewoi-Pipeline werde das russische Militär beliefert, teilt der ukrainische Militärgeheimdienst bei Telegram mit. Der Angriff sei am Freitagabend ausgeführt worden und stelle einen „schweren Schlag“ gegen die Militärlogistik Russlands dar.
Die Pipeline habe eine Kapazität von bis zu drei Millionen Tonnen Kerosin, 2,8 Millionen Tonnen Diesel und 1,6 Millionen Tonnen Benzin jährlich gehabt, erklärt der Geheimdienst. „Unsere Angriffe haben mehr Auswirkungen gehabt als Sanktionen“, teilt Geheimdienstchef Kyrylo Budanow unter Verweis auf internationale Strafmaßnahmen gegen Russland wegen des 2022 begonnen Angriffskriegs gegen die Ukraine mit.
08:25 Uhr – Ukraine: Russischer Angriff auf Gasanlage in Poltawa
Russland und die Ukraine haben erneut gegenseitig Energie-Infrastruktur ins Visier genommen. Ein russischer Angriff habe in der Nacht zum Samstag einen Brand in einer Gasanlage in der zentralukrainischen Region Poltawa ausgelöst, teilen Rettungsdienste mit. Die russischen Truppen haben ihre Angriffe auf ukrainische Energie-Anlagen in den vergangenen Monaten verstärkt. Dem staatlichen Energiekonzern Naftogaz zufolge wurde die Gasinfrastruktur seit Oktober mindestens achtmal attackiert. Der ukrainische Militärgeheimdienst teilt seinerseits mit, ein ukrainischer Angriff am Freitag habe zu Explosionen an einer Pipeline für Erdölprodukte in der Region Moskau geführt und den Betrieb dort unterbrochen. Dabei seien Leitungen für Benzin, Diesel und Kersoin für die russische Armee zerstört worden.
06:25 Uhr – Fast 100 ukrainische Drohnen abgefangen
Russland hat nach eigenen Angaben in der Nacht zum Samstag 98 ukrainische Drohnen über seinem Territorium abgeschossen. Allein über der Region Moskau seien elf Drohnen zerstört worden, teilt das russische Verteidigungsministerium mit. Sechs davon seien auf die russische Hauptstadt zugesteuert. Eine Stellungnahme der Ukraine lag zunächst nicht vor. Die Ukraine hat in den vergangenen Monaten ihre Drohnenangriffe auf Ziele in Russland verstärkt.
01:20 Uhr – Ukraine wirft Russland gezielte Angriffe auf AKW-Stromversorgung vor
Die Ukraine hat Russland am Freitag gezielte Angriffe auf für Atomkraftwerke wichtige Umspannwerke vorgeworfen. Dies trage die Züge von Nuklearterrorismus und sei eine schwere Verletzung des humanitären Völkerrechts, hieß es in einer Erklärung des Außenministeriums in Kiew.
Das Ministerium bezog sich auf eine Mitteilung der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) vom Donnerstag. Die IAEA hatte von militärischen Aktivitäten berichtet, die zu Schäden an für die nukleare Sicherheit wichtigen Umspannwerken geführt hätten. Die Behörde nannte Vorfälle in der Nähe der Atomkraftwerke Südukraine und Chmelnyzkyj. Zudem habe das Kraftwerk Riwne die Leistung von zwei seiner vier Reaktoren drosseln müssen.
00:21 Uhr – G-7-Energieminister verurteilen russische Angriffe auf Energiesystem
Die Energieminister der Gruppe der Sieben (G 7) haben während ihres Treffens im kanadischen Toronto die russischen Angriffe auf das ukrainische Energiesystem verurteilt. „Die jüngsten russischen Angriffe auf die Erdgasinfrastruktur der Ukraine schaffen Risiken für die Bevölkerung und Menschenleben“, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung. Die G 7 wollen die Ukraine zudem bei der Deckung ihres Energiebedarfs unterstützen.
Freitag, 31. Oktober:
21:56 Uhr – Fünf Tote bei Minenexplosion in der Ukraine
Im nordukrainischen Gebiet Schytomyr westlich von Kiew sind bei einer Minenexplosion in einem Wald mindestens fünf Menschen getötet und zwei weitere verletzt worden. Ein Fahrzeug sei in der Grenzregion in einem verminten Gebiet auf einen Sprengsatz geraten, der dann detonierte, teilte die Polizei bei Facebook mit. Fünf Männer im Alter zwischen 19 und 65 Jahren seien dabei getötet, zwei weitere verletzt worden. Auf Fotos der Ermittler waren auch das zerstörte Wrack in einem Waldstück zu sehen – und ein Warnhinweis an einem Baumstamm zur Minengefahr.
Laut Polizei wollten die Zivilisten Holz fällen unweit der Staatsgrenze zu Belarus, von wo aus zu Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine 2022 auch Moskaus Truppen einfielen. Belarus steht fest an der Seite Russlands in dem Krieg gegen die Ukraine. Weil die Ukraine neue Angriffe auch von dort befürchtet, sind in dem Grenzgebiet Minen verlegt. Laut Polizei gab es noch einen zweiten Vorfall – auch in einem Wald. Dabei sei ein Mann verletzt und ins Krankenhaus gebracht worden.
17:23 Uhr – Selenskyj: Russland stationiert 170.000 Soldaten für Angriff auf Pokrowsk
Russland hat nach Angaben von Wolodymyr Selenskyj rund 170.000 Soldaten in der ostukrainischen Region Donezk stationiert. Ziel der Truppen sei die Einnahme der umkämpften Stadt Pokrowsk, sagte Selenskyj.
„Die Lage in Pokrowsk ist schwierig“, sagte der Präsident. Er wies russische Angaben zurück, die verwüstete Stadt sei nach über einem Jahr schwerer Gefechte eingekesselt. Selenskyj räumte ein, dass einige russische Einheiten in die Stadt eingedrungen seien, betonte aber, dass die ukrainischen Verteidiger sie zurückdrängten. „Es gibt Russen in Pokrowsk“, sagte Selenskyj auf einer Pressekonferenz in Kiew. Sie würden nach und nach zurückgeschlagen.
17:09 Uhr – Dritter Vorfall: Russischer Aufklärer über Ostsee abgefangen
Zum dritten Mal innerhalb dieser Woche haben Kampfjets der polnischen Luftwaffe ein russisches Aufklärungsflugzeug über der Ostsee abgefangen. Die Maschine vom Typ Iljuschin IL-20 sei am Freitagmorgen von zwei polnischen Kampfjets vom Typ MiG-29 eskortiert worden, teilte das Oberkommando der polnischen Streitkräfte auf der Plattform X mit. Dazu postete es eine Aufnahme von der Maschine über dem Meer.
16:30 Uhr – Ukraine will Oreschnik-Rakete auf russischem Boden zerstört haben
Die Ukraine hat nach eigenen Angaben bei einer Sonderoperation im Sommer 2023 eine russische Mittelstreckenrakete vom Typ Oreschnik auf russischem Boden zerstört. Das teilte der Chef des Geheimdienstes SBU, Wasyl Maliuk, bei einer Pressekonferenz mit. Maliuk erklärte, die Operation sei gemeinsam vom SBU, dem Militärgeheimdienst GUR und dem Auslandsgeheimdienst durchgeführt worden und „zu 100 Prozent erfolgreich“ gewesen: „Wir können kurz und prägnant sagen, dass eine der drei Oreschnik-Raketen auf ihrem Territorium in Kapustin Yar erfolgreich zerstört wurde.“ Maliuk gab keine Details darüber bekannt, wie die Operation durchgeführt wurde.
Russland hatte die Oreschnik (deutsch: Haselnussstrauch) erstmals im November 2024 gegen die Ukraine eingesetzt. Der Einsatz der experimentellen Mittelstreckenrakete erregte damals Aufsehen. Wladimir Putin zufolge soll die Rakete nicht abgefangen werden können und über eine Zerstörungskraft verfügen, die mit der einer Atomwaffe vergleichbar sei. Westliche Experten stellten diese Behauptungen jedoch infrage. Die Nachrichtenagentur Reuters zitierte ukrainische Geheimdienstbeamte mit der Information, Russland habe in diesem Jahr drei Oreschnik-Raketen produziert und plane, die Jahresproduktion auf sechs zu verdoppeln.
14:25 Uhr – Ukraine liefert russischen Soldaten für Kriegsverbrecherprozess aus
Die Ukraine hat am Freitag nach eigenen Angaben erstmals einen russischen Soldaten an Litauen ausgeliefert, wo dieser wegen mutmaßlicher Kriegsverbrechen vor Gericht gestellt werden soll. Der ukrainische Generalstaatsanwalt Ruslan Krawtschenko teilte auf Telegram mit, es sei das „erste Mal“ seit dem Beginn des russischen Angriffskrieges, dass die Ukraine einen russischen Soldaten an ein anderes Land ausgeliefert habe.
Der in der Ukraine festgenommene Seemann, der in der russischen Militärpolizei gedient habe, sei an illegalen Festnahmen, Folter und unmenschlicher Behandlung von Zivilisten und Kriegsgefangenen beteiligt gewesen, sagte Krawtschenko. Eines der Opfer sei ein litauischer Staatsbürger gewesen. Vilnius treibe eine Anklage wegen Kriegsverbrechen gegen den Mann voran, dem eine lebenslange Haftstrafe in dem Nato- und EU-Mitgliedsland droht. Die Auslieferung sei „ein historischer und wichtiger Präzedenzfall für das gesamte internationale Justizsystem“, sagte der ukrainische Generalstaatsanwalt.
13:12 Uhr – Ukraine: 160 russische Öl- und Energieanlagen seit Jahresbeginn getroffen
Die Ukraine hat nach Angaben ihres Geheimdienstes SBU seit Jahresbeginn 160 russische Öl- und Energieanlagen getroffen. Die fortgesetzten Angriffe sollten die Fähigkeit Russlands verringern, seinen Krieg in der Ukraine zu finanzieren, sagte SBU-Chef Wassyl Maljuk. Vor dem Winter haben die Ukraine und Russland ihre Angriffe auf die Energieinfrastruktur des jeweils anderen Landes verstärkt.
In der Ukraine legten laut den Vereinten Nationen zuletzt massive russische Luftangriffe Teile der Energie-, Wasser- und Heizungssysteme lahm. Die Lage für die betroffenen Menschen spitze sich angesichts des aufziehenden Winters mit eisigen Temperaturen zu, sagte der UN-Nothilfekoordinator für die Ukraine, Matthias Schmale, in Genf. In der 40.000 Einwohner zählenden Stadt Schostka in der Region Sumy sei es nach russischen Attacken fast im gesamten Oktober zu Stromausfällen gekommen.
12:42 Uhr – Russland soll Rakete eingesetzt haben, wegen der Trump ein Abkommen aufkündigte
Russland soll die Ukraine in den vergangenen Monaten mit einer Marschflugrakete angegriffen haben, deren geheime Entwicklung Donald Trump in seiner ersten Amtszeit als US-Präsident dazu veranlasst hatte, ein Atomwaffenkontrollabkommen mit Moskau aufzukündigen. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf den ukrainischen Außenminister Andrii Sybiha. Russland habe die bodengestützte Rakete 9M729 seit August 23-Mal auf die Ukraine geschossen, zitiert Reuters einen weiteren hochrangigen ukrainischen Beamten. Auch im Jahr 2022 habe die Ukraine zwei Abschüsse der Rakete registriert.
Das russische Verteidigungsministerium reagierte nicht sofort auf eine Anfrage. Die Rakete 9M729 hatte die USA im Jahr 2019 zum Ausstieg aus dem Vertrag über mittelstreckige Nuklearwaffen (INF-Vertrag) veranlasst. Die damalige Trump-Regierung erklärte, die Rakete verstoße gegen den Vertrag und könne weit über ihre Reichweite von 500 Kilometern hinaus fliegen, obwohl Russland dies bestritt.
12:00 Uhr – Orban will von Trump Ausnahme von US-Sanktionen gegen russisches Öl
Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban will bei US-Präsident Donald Trump eine Ausnahme von den amerikanischen Sanktionen gegen russisches Öl erwirken. Er hoffe, Trump bei einem Treffen Ende nächster Woche in Washington von der besonderen Lage Ungarns überzeugen zu können, sagte Orban am Freitag. Als Grund nannte der langjährige Trump-Verbündete die hohe Abhängigkeit seines Landes von Pipeline-Lieferungen für die Energieversorgung. „Ungarn ist ein Binnenstaat“, sagte Orban. „Wir sind von den Transportwegen abhängig, die Ungarn mit Energie versorgen. Das sind hauptsächlich Pipelines.“ Man müsse den USA diese besondere Situation verständlich machen, wenn man Ausnahmen von den Sanktionen gegen Russland erwirken wolle.
09:40 Uhr – Ukrainische Drohnen treffen Heizkraftwerk in Russland
Ein ukrainischer Drohnenangriff hat nach russischen Behördenangaben das Heizkraftwerk der Stadt Orjol beschädigt. Der Gouverneur der Region, Andrej Klytschkow, sprach auf Telegram davon, dass Teile einer abgefangenen Drohne auf die Anlage gestürzt seien. Die Folgen waren seinen Angaben nach Stromausfälle und Probleme mit der Fernwärme in einigen Teilen der Stadt etwa 400 Kilometer südwestlich von Moskau.
dpa/AFP/AP/Reuters/gub/cvb/krott/jm/dol
