Frankreichs Dribbelkönig Ousmane Dembélé vom Champions-League-Sieger Paris Saint-Germain hat erstmals den Ballon d’Or gewonnen. Aitana Bonmati gewann die prestigeträchtige Auszeichnung im Weltfußball zum dritten Mal in Folge.
„Das ist unglaublich, was ich gerade erleben darf“, sagte Dembélé am Montagabend im Pariser Opern- und Konzerthaus Théâtre du Châtelet – nur wenige Kilometer westlich des PSG-Stadions Parc des Princes, direkt am Ufer der Seine. Nach einer Traumsaison mit dem Sturm auf den Champions-League-Thron nahm er den „Heiligen Gral“, wie er die Trophäe vorab genannt hatte, entgegen. „Ich danke PSG, dass sie mich 2023 geholt haben, diese individuelle Trophäe ist wirklich der Kollektivleistung zu verdanken.“
Es war ein Heimsieg: und zwar ein völlig verdienter. Französischer Meister und Pokalsieger, überragender Spieler der Königsklasse – mehr ging nicht für den Weltmeister von 2018 und früheren Profi von Borussia Dortmund. Dembélé, mit 28 Jahren auf dem bisherigen Höhepunkt seiner Karriere, reiht sich in eine exquisite Legenden-Galerie französischer Sieger ein, mit Raymond Kopa (1958), Michel Platini (1983-85), Jean-Pierre Papin (1991), Zinédine Zidane (1998) und Karim Benzema (2022). .
Kurioserweise konnte Dembélé seine Trophäe allerdings nur persönlich in Empfang nehmen, weil er verletzt ist. Er hat einen Muskelfaserriss im rechten Oberschenkel – ansonsten hätte er am Montagabend mit PSG bei Olympique Marseille antreten müssen. Sein Team kassierte ausgerechnet an diesem Abend die erste Saisonniederlage (0:1), der ursprünglich für Sonntagabend angesetzte „Classique“ der Ligue 1 war aufgrund von Unwetterwarnungen um einen Tag verschoben worden.
Dembélé gewinnt vor Wunderkind Yamal
Dembélé folgt auf Rodri (Spanien/Manchester City), er ließ das spanische Wunderkind Lamine Yamal vom FC Barcelona und seinen Klubkollegen Vitinha (Portugal) hinter sich. Florian Wirtz landete als einziger nominierter deutscher Feldspieler abgeschlagen auf dem 29. Platz. Der bislang letzte deutscher Ballon-d’Or-Gewinner war Matthias Sammer 1996.
Bonmati zum dritten Mal in Folge Gewinnerin des Ballon d’Or
Spaniens Star-Fußballerin Aitana Bonmati gewann wie auch schon in den beiden Vorjahren und schrieb zugleich Geschichte: Bonmati ist die erste Fußballerin, die dreimal mit dem Ballon d’Or ausgezeichnet wurde. Im Frauenfußball ging die prestigeträchtige Auszeichnung zugleich im fünften Jahr hintereinander an eine Spielerin des FC Barcelona, vor Bonmati hatte Alexia Putellas (2021 und 2022) zweimal triumphiert.
Für Torhüterin Ann-Katrin Berger (Gotham FC) reichte es trotz ihrer Glanzleistungen bei der EM nicht ganz, vor ihr landete nur die englische Europameisterin Hannah Hampton. Als beste Trainerin wurde die Niederländerin Sarina Wiegman geehrt – die England 2025 erneut zum Titel geführt hatte. Als bester Trainer wurde erwartungsgemäß Luis Enrique ausgezeichnet, der PSG zum Champions-League-Titel geführt hatte.
