Im Interview mit dem „Stern“ erinnert sich Brigitte Hobmeier an die Anfänge ihrer Schauspielausbildung. Um sich das Studium zu finanzieren, jobbte sie damals auf der Wiesn – als Herzerlverkäuferin. Doch statt Spaß erlebte sie Übergriffe und Demütigungen: „Am zweiten Tag habe ich mir schon eine Radlerhose unters Dirndlkleid gezogen, weil so viel gegrapscht wurde.“
Brigitte Hobmeier auf dem Oktoberfest: „Fühlte mich wie Freiwild“
Auch Diebstähle waren an der Tagesordnung: Teddybären und Souvenirs verschwanden, mussten aber von den Verkäuferinnen ersetzt werden. Die Securitys hätten redlich versucht, die Frauen zu beschützen, „aber es sei nicht immer gelungen. Ich fühlte mich wie Freiwild, es war grauslig“, sagt Hobmeier. In den Pausen rief sie oft ihre Mutter an – unter Tränen. „Gleichzeitig wollte ich nicht hinschmeißen, nicht aufgeben, am Ende habe ich Watschen verteilt.“
In der ARD-Serie „Oktoberfest 1905“ verkörpert Hobmeier die Feministin Colina Kandl, die selbstbewusst gegen Machos und Machtgier antritt. Eine Figur, die ihrer eigenen Vergangenheit erschreckend nahekommt.

© imago/Sven Simon
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Zurück auf die Wiesn – der Sohn ist der Grund
Trotz der bitteren Erinnerungen wagt die Schauspielerin nun einen Neuanfang auf der echten Wiesn: „Nach dreißig Jahren nähere ich mich wieder an, nicht bloß aufgrund meiner Rolle, sondern weil mein jüngster Sohn unbedingt hinwill und ich ihn natürlich begleite.“
