3. Liga: Aachen jubelt über vier Tore gegen Aufstiegskandidat Cottbus

Lars Gindorf von Alemannia Aachen jubelt über einen Treffer.

Stand: 14.03.2026 • 00:08 Uhr

Alemannia Aachen hat am Freitagabend für eine echte Überraschung in der 3. Liga gesorgt: Im heimischen Tivoli-Stadion gelang ein toller 4:1 (0:0)-Sieg über Energie Cottbus.

In einem kampfbetonten Match auf schwierigem Geläuf trafen Faton Ademi (54), Mika Schroers (62.), Marius Wegmann (86.) und Jonas Oehmichen (90.+2). Für Energie hatte Merveille Biankadi (84.) zwischenzeitlich verkürzen können. Mit dem Sieg und jetzt 41 Zählern kletterte die Alemannia auf Platz zehn der Tabelle. Für Cottbus war die Niederlage ein herber Rückschlag im Aufstiegsrennen. Mit immer noch 53 Punkten könnte Energie seinen zweiten Platz im Lauf des Spieltags noch an den MSV Duisburg verlieren.

„In der ersten Halbzeit hatten wir die besseren Chancen. Später haben uns kleine individuelle Fehler die Punkte gekostet“, meinte Gästetrainer Claus-Dieter Wollitz bei Magenta.TV. Sein Aachener Gegenüber Mersad Selimbegovic meinte: „Wir waren mutig, haben ein starkes Spiel geliefert. Die Spieler haben sich jetzt eine kleine Pause verdient – dann greifen wir nächstes Wochenende wieder an.“

Schlagabtausch von Beginn an

Ein Freitagabendspiel auf dem Aachener Tivoli – immer ein Highlight in der Fußballszene. Auch diesmal wieder: Gut 24.000 Fans waren zu dem Drittligaspiel ins Stadion gekommen, 1.400 Fans hatte der Gast aus der Lausitz mobilisiert. Die Stimmung passte also schon einmal.

Das Spiel hatte gleich Tempo. Beide Teams verfolgten offenbar nicht den Plan, sich lange hinten aufzuhalten – es wurde mutig der Weg nach vorn gesucht. Der Alemannia boten sich zunächst die aussichtsreichen Torchancen. Die größte nach knapp 13 Minuten Pierre Nadjombe, der auf der linken Bahn ganz frei durch war und allein auf’s Tor der Cottbuser zulief. Allein: Der Togolese, der in Köln geboren wurde, war einen Moment zu früh gestartet – er stand hauchdünn im Abseits.

Alemannia sehr zielstrebig

Die Alemannia, die sich in den letzten Wochen mit teils sehr starken Auftritten aus dem Tabellenkeller der Liga herausgearbeitet hatte und nunmehr in der Tabelle im sogenannten „Niemandsland“ rangiert, bewies auch gegen das Spitzenteam von „Pele“ Wollitz seine starke Form. Energie wurde kommen gelassen, dann aber mit schnellen Gegenangriffen konfrontiert.

Lars Timo Gindorf (l.) im Zweikampf mit Simon Straudi (r.)

Wobei spielerische Akzente schwierig waren – der aufgeweichte Rasen war nach den schweren Regenfällen des Tages glitschig und vor allem vor den beiden Toren regelrecht morastig. Nach 25 Minuten die nächste gute Gelegenheit für die kämpferisch starken Hausherren: Nach Lars Gindorfs Flanke aus dem Halbfeld konnte Mika Schroers die Kugel beim Kopfball aus sechs Metern nicht genügend drücken – sie flog knapp übers Tor.

Cottbus-Regisseur Cigerci im Pech

Es folgten allerdings die Minuten von Tolcay Cigerci. Der Cottbuser Mittelfeld-Regisseur fasste sich nach 28 Minuten ein Herz und hämmerte die Kugel mit links aus gut 22 Metern an den linken Pfosten. Kaum hatte er sich wieder gefasst, lag der Ball elf Meter vor dem Tor einschussbereit vor seinen Füßen. Diesmal zog der 31-Jährige voll ab, drosch die Kugel aber weit über den Kasten (30.).

Die letzte Großchance der Partie vor der Pause ging wieder an Aachen: Nach einem schnellen Gegenangriff spielte Gindorf den Ball klug von links auf die andere Seite, wo erneut Nadjombe ganz frei vor dem gegnerischen Kasten auftauchte. Aber auch diesmal spielten die Nerven nicht mit – der Ball sprang ihm vom Fuß.

Ademi bringt Aachen nach vorn, Schroers erhöht

Die Alemannia ging trotzdem in Führung – und zwar kurz nach dem Seitenwechsel. Energie ließ bei einem Aachener Eckstoß den gar nicht so groß gewachsenen Ademi ganz allein – der bedankte sich und köpfte die Kugel in der 54. Minute aus acht Metern ganz cool ins linke Eck – 1:0.

Jetzt war die Partie so richtig eröffnet. Energie antwortete mit entschlossenen Angriffen, entblößte dabei aber auch die eigene Abwehr – es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Bei dem die Gastgeber einfach konsequenter zu Werke gingen. In der 62. Minute das 2:0: Gindorf steckte den Ball im 16er zu Schroers durch, der die Kugel unter Bedrängnis gefühlvoll ins lange Eck hob – 2:0.

Cottbus hofft nur kurz

Die Alemannia war auf Kurs. War auch mental einfach einen Hauch besser drauf als der keineswegs schlecht agierende Gegner. Der aber auch noch nicht geschlagen war. In der 84. Minute der Anschlusstreffer: Im Anschluss an einen Eckstoß bekam die Alemannia-Abwehr den Ball nicht geklärt. Aus dem Hintergrund hämmerte Biankadi die Kugel aus zwölf Metern ins Netz zum 2:1 (84.).

Die Freude über das Tor währte bei den Gästen aber nur kurz. Beim nächsten Aachener Eckball war die Hoffnung wieder dahin. Alemannia-Verteidiger Wegmann war eingelaufen und wuchtete die Kugel per Kopf aus zehn Metern zum 3:1 ins Netz (86.). In der Nachspielzeit erhöhte Oehmichen sogar noch auf 4:1. Letztlich war es die Aachener Kampfkraft und Körperlichkeit, die das Spiel in Richtung der Gastgeber gekippt hatte.

Für die Alemannia geht’s am kommenden Wochenende mit einem schwierigen Auswärtsspiel weiter: Am Samstag (21.03.2026) ist ab 14 Uhr Anpfiff beim FC Ingolstadt.

Unsere Quellen:

  • Autor
  • Spiel Aachen – Cottbus am 13.03.2026

Sendung:
WDR.de, „Aachen gelingt Überrschung und bezwingt Energie Cottbus“, 13.03.2026, 21.23 Uhr