2026 noch immer sieglos: Gegen Havelse gilt für den TSV 1860 ein neues Motto

Tick, tack. Tick, tack. Der Blick auf die Tabelle der Dritten Liga mag so manchem Löwen-Profi vorkommen wie das Ticken einer Uhr: Die Zeit läuft. Die weiß-blaue Aufholjagd startet besser gestern als heute, wenn es doch noch irgendwie klappen soll mit dem großen Ziel, dem Aufstieg in die Zweite Liga. Jetzt spricht Löwen-Dompteur Markus Kauczinski ein Machtwort – und lässt gerade dadurch durchblicken, wie sehr sich die Sechzger unter Druck setzen.

„Über den Aufstieg brauchen wir nicht zu reden“, sagte der Trainer des TSV 1860 nach der 1:2-Pleite beim VfB Stuttgart II und stellte damit unmissverständlich klar: Wer nicht gewinnt, der braucht gar nicht Richtung Tabellenspitze glotzen. Jetzt, vor dem nächsten Auswärtsduell beim Drittliga-Vorletzten TSV Havelse (19 Punkte), legt Kauczinski nochmal nach. Und zwar mit Schmackes.

Sieg statt Serie: Gegen Havelse gilt für 1860 ein neues Motto

„Wir wollen das einfach das Spiel gewinnen“, meinte der 55-Jährige sichtlich frustriert von dem ganzen Tabellen-Thema. Der Blick darauf legt nahe, dass der TSV nichts, rein gar nichts mehr mit dem A-Wort zu tun haben dürfte. Kult-Löwe Peter Pacult etwa hat kürzlich im AZ-Interview erklärt, dass er 1860 trotzdem noch nicht abgeschrieben hat.

Und was meint Kauczinski über das omnipräsente, weiß-blaue Seriendenken? „Man hat immer gerechnet, jeder redet an jedem Spieltag von einer Serie: ‘Wann beginnt die?’ Am Ende haben wir gesehen: Die Wahrheit liegt immer auf dem Platz – und wenn man da nicht gut genug ist und nicht performt, muss man sich über andere Dinge keine Gedanken machen.“ Rumms. Solange Sechzigs Problem überhaupt ein einziger Sieg ist, gilt es, alles andere erstmal nach hinten zu verlegen. Das neue Giesinger Motto ist ganz simpel: Sieg statt Serie.

Kauczinski über Hinrunden-Serie: „Wir müssen die Dinge wieder so durchziehen“

Mehr denn je gilt die Floskel, dass der TSV nur von Spiel zu Spiel denken solle, den der Blick aufs große Ganze sorgt entweder für Ärger, Frust oder Resignation. In jedem Fall erhöht er den Druck bis auf ein Level, das die Sechzger aktuell nicht aus ihren Köpfen kriegen, wie Kauczinskis Worte durchblicken lassen. Der Gelsenkirchener weiter: „Natürlich beschäftigt das einen, es hat mich auch beschäftigt. Aber ich denke, wir haben es die Woche geschafft, das abzuschütteln. Es gilt, noch mehr zu kämpfen, noch mehr Energie reinzubringen.“ Jeder Löwe müsse sich „zusammenreißen“.

Mit Blick auf seine Anfänge bei 1860 im Herbst 2025 und die starke Hinrunden-Serie (vier Spiele, vier Siege) sagt er: „Wir haben das schon mal geschafft, danach haben wir uns aber ein bisschen im Kreis gedreht. Wir müssen die Dinge wieder so durchziehen.“

Sechzig ist 2026 immer noch sieglos

Wie ist es unter diesen Voraussetzungen mit der Favoritenrolle bestellt? „Havelse hat eine spielstarke Mannschaft. Sie gelten als Abstiegskandidat vom ersten Tag. Ich glaube, die können damit umgehen und spielen ihr Ding“, so Kauczinski klar, der aufgrund der eigenen Sieglos-Serie (fünf Partien, drei Remis und zwei Pleiten) zu erkennen: „Wir sind nicht in der Lage, irgendjemanden zu unterschätzen. Die sind vom Punkteschnitt 2026 her besser als wir, von daher fühlen wir uns nicht als Super-Favorit.“ Fazit: „Mehr denn gilt, dass wir nur auf uns gucken müssen.“

Was das Personal angeht, sind an neuen Ausfällen die Routiniers Kevin Volland und Florian Niederlechner (Gelbsperren) sowie Junglöwe Loris Husic (Länderspielabstellung) hinzugekommen. Es könnte auch weitere Veränderungen geben. Worauf sich Kauczinski bereits festgelegt hat: Außenbahnspieler Tim Danhof steht nach seinem starken Joker-Einsatz in Stuttgart (inklusive Assist) in der Startelf, wohl anstelle von Marvin Rittmüller: „Der Junge hat sich das verdient.“ Dazu steht Morris Schröter, erstmals seit über einem Jahr, wieder im Kader.

Und: Der Countdown bis zum ersten Dreier 2026, er läuft.