„20 Prozent Unsicherheit“: Ryanair schließt Flugstornierungen im Sommer nicht aus

„20 Prozent Unsicherheit“Ryanair schließt Flugstornierungen im Sommer nicht aus

11.04.2026, 08:30 Uhr

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Ryanair sicherte sich 80 Prozent seines Kerosin-Bedarfs bis zum nächsten Jahr zu einem Festpreis. (Foto: picture alliance / ipa-agency)

Fluglinien macht der Iran-Krieg schwer zu schaffen. Die blockierte Straße von Hormus treibt die Kerosin-Preise in die Höhe. Bei Ryanair blickt man mit Sorge auf den Sommer.

Die irische Billigfluggesellschaft Ryanair schließt angesichts hoher Kerosin-Preise Flugstornierungen im Sommer nicht aus. „Wir sehen die Situation mit großer Besorgnis“, sagte Ryanair-Manager Marcel Pouchain Meyer den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland mit Blick auf die Hauptreisezeit. Die Fluggesellschaft habe zwar 80 Prozent des bis Ende März 2027 benötigten Treibstoffes über Hedging zum Festpreis sichern können. „Aber 20 Prozent Unsicherheit sind immer noch da.“

„Zum jetzigen Zeitpunkt können wir auch Flugstornierungen noch nicht ausschließen“, sagte Pouchain Meyer. Auch kurzfristige Preiserhöhungen könnten notwendig werden. In Italien gebe es aktuell bereits an einigen Flughäfen Kerosin-Mangel. „Wir müssen die Situation weiter genau beobachten“, sagte der Ryanair-Manager. Tickets sollten deshalb besser frühzeitig gekauft werden, „bevor das im Juni oder Juli richtig durchschlägt“.

Der Iran-Krieg hat einen sprunghaften Anstieg des Kerosinpreises ausgelöst, noch stärker als beim Rohöl. Auf allen Kontinenten haben zahlreiche Fluggesellschaften ihre Tarife erhöht und Flüge aus Sicherheits- oder Rentabilitätsgründen ausgesetzt. Davon ist vor allem Asien betroffen. Airlines in importabhängigen Ländern wie Vietnam, Myanmar und Pakistan arbeiten bereits im Krisenmodus, auf den sich bei längerer Kriegsdauer auch die Europäer einstellen müssen.

Für die ganze Reisebranche entwickelt sich der Iran-Krieg zum Belastungsfaktor mit Blick aufs Sommergeschäft. „Unsicherheiten durch die geopolitischen Entwicklungen führen zu einer spürbaren Buchungszurückhaltung, ohne die Nachfrage grundsätzlich zu schwächen“, sagte der Präsident des Deutschen Reiseverbands, Albin Loidl. „Gleichzeitig sorgen steigende Kosten und operative Herausforderungen für zusätzlichen Druck in der Branche.“ Viele Reisende wichen auf alternative Ziele aus. Insgesamt spreche vieles für ein temporäres Innehalten – „mit einer Stabilisierung und dem Anziehen der Nachfrage, sobald sich die Lage beruhigt“, sagte Loidl.

Quelle: ntv.de, ses/dpa/AFP/rts