15 Siege in Folge: Kölner Haie stellen DEL-Rekord in Schwenningen ein

Alexander Karachun (Schwenninger Wild Wings) im Duell mit Veli-Matti Vittasmäki und Juhani Tyrväinen (Kölner Haie).

Stand: 23.01.2026 23:02 Uhr

Die Kölner Haie haben am Freitagabend bei den Schwenninger Wild Wings DEL-Geschichte geschrieben. Mit dem 15. Sieg in Serie stellten sie einen Rekord der Adler Mannheim ein.

Was war das für ein krummes Ding, dass Robin van Calster da raushaute? Es war ein Verlegenheitsschuss. Nein, es war nicht mal ein Schuss. Der Kölner kurvte völlig auf sich gestellt an der Mittellinie herum. Niemand war mitgelaufen, niemand bot sich an. Was macht man als Verteidiger in einer solchen Situation? Puck irgendwie in Richtung Tor schaufeln und hoffen, dass genügend Spieler nachrücken, um den Puck im Angriffsdrittel festzumachen. Das gute alte Dump and Chase.

Doch zum Erstaunen von van Calster, der 5.135 Zuschauer in der ausverkauften Helios-Arena und vor allem von Wild-Wings-Torhüter Joakim Eriksson war der Puck plötzlich im Tor. Das hat niemand gewollt. Nicht einmal van Calster. Gejubelt hat der 22-Jährige Verteidiger natürlich trotzdem. Denn es war der Türöffner zum 3:2-Sieg gegen die Schwenninger Wild Wings, mit dem die Kölner Haie den 24 Jahre alten Mannheimer DEL-Rekord von 15 Siegen in Serie eingestellt haben.

Schwenninger Wild Wings bäumen sich gegen die Kölner Haie auf

Gregor MacLeod machte kurz vor der ersten Drittelpause das zweite Tor. Er setzte sich mit einem schönen Solo gegen Phil Hungerecker durch und chippte dann die Scheibe durch Erikssons Beine. Das Kuriose: Bis dahin deutete wenig darauf hin, dass sich die Haie den Rekord an diesem Abend holen können. Schwenningen stand kompakt, ließ wenig zu und hatte die besseren Chancen. So kamen die Wild Wings 1,3 Sekunden vor der Sirene in Überzahl zum verdienten Anschlusstreffer durch Ben Marshall.

Im zweiten Drittel entwickelte sich ein hochklassige Partie mit Chancen auf beiden Seiten. Schwenningen startete besser, aber weder Tim Gettinger (23.) und Jason Szwarz (26.) noch Tyler und Tyson Spink (25.) konnten ihre Chancen in der etwa achtminütigen Druckphase nutzen. Danach übernahmen die Haie das Kommando. Doch auch Ryan MacInnis (27.), Oliwer Kaski (34.) und Dominik Bokk (33.) konnten Eriksson kein weiteres Mal überwinden.

Schwenningen reibt sich auf, Köln kontert

Zu Beginn des letzten Drittels hatte Haie-Keeper Janne Juvonen wieder alle Hände voll zu tun. Allein in den ersten fünf Minuten musste er acht Torschüsse abwehren. Doch der 31-jährige Finne vereitelte selbst die Großchancen von Alex Trivellato (44.), Jason Szwarz (45.) und Alexander Karachun (45.). Köln kam nur noch punktuell vors Schwenninger Tor. Doch bei Louis-Marc Aubrys Alleingang (48.) musste Eriksson sich ganz schön strecken. Schwenningen ackerte – und genau so viel auch der zwischenzeitliche Ausgleich: Spink zog vor das Kölner Tor, scheiterte jedoch an Juvonens Schoner. Doch Phil Hungerecker stocherte so lange nach, bis der der Puck zum 2:2 über die Linie rutschte (53.).

Die Kölner Haie waren in Sachen Rekord plötzlich wieder unter Druck. Doch das Team des finnischen Headcoaches Kari Jalonen zeichnet in der laufenden Saison eine beeindruckende Effizienz aus. So nutzte Maximilian Kammerer der erste Powerplay für den Kölner Siegtreffer (57.). Denn die Wild Wings konnten in der Schlussphase auch in doppelter Überzahl nicht mehr zurückschlagen.

Der Mannheimer Rekord ist eingestellt. Am Sonntag, 16:30 Uhr, können die Kölner Haie mit einem Sieg gegen die Nürnberg Ice Tigers eine neue Bestmakre aufstellen. Schwenningen muss zeitgleich beim ERC Ingolstadt antreten.