1. FC Köln macht sich bei Eintracht Frankfurt Mut im Abstiegskampf

Kölns Kaminski (r.) jubelt über seinen Anschlusstreffer für Köln mit Teamkollege Kristoffer Lund

Stand: 05.04.2026 • 19:26 Uhr

Auch unter René Wagner schien der 1. FC Köln nach den Toren von Jonathan Burkardt (66. Minute) und Arnaud Kalimuendo (69.) auf der Verliererstraße zu bleiben – dann sorgten Jakub Kaminski (70.) und Alessio Castro-Montes (83.) beim 2:2 (0:0) bei Eintracht Frankfurt für einen extrem wichtigen Punktgewinn in der Fußball-Bundesliga.

So vermieden es die Kölner, dass der Rückstand auf Relegationsplatz 16 auf nur noch einen Punkt schmilzt – auch wenn es unter Interimstrainer Wagner wie schon in den vorigen sieben Partien keinen Sieg gab. Für sein Gegenüber Albert Riera war es der erste Rückschlag im eigenen Stadion, zuvor hatte der Spanier seine ersten drei Heimspiele gegen Borussia Mönchengladbach (3:0), den SC Freiburg (2:0) und 1. FC Heidenheim (1:0) gewonnen.

Ache verpasst Großchance nach wenigen Sekunden

Beinahe hätte Wagner trotz dieser Heimstärke einen Traumstart bei seinem Karriere-Debüt als Cheftrainer gefeiert. Nach 35 Sekunden ließ Michael Zetterer einen harmlosen Schuss von Kaminski abklatschen, Ragnar Ache staubte ab, doch der Eintracht-Torhüter bekam noch seine Hand an den Ball und verhinderte das ganz frühe 0:1. Es wäre der perfekte Kölner Auftakt nach der Entlassung von Lukas Kwasniok gewesen, für den sein Co-Trainer Wagner interimsweise übernommen hat.

Frankfurt übernahm danach die Kontrolle, brauchte allerdings eine Zeit lang, um sich gefährlich durch die FC-Defensive zu spielen. Ein starker Chip-Ball von Hugo Larsson sorgte dann dafür, dass Ansgar Knauff aufs Kölner Tor zulief, aber erstens sehr bedrängt war und zweitens das Pech hatte, dass Marvin Schwäbe seinen Schuss noch mit den Fingerspitzen am Tor vorbei lenkte (24.). Auch die zweite gute Frankfurter Chance der ersten Halbzeit entschärfte der Torhüter gegen Kalimuendo (34.).

El Mala in neuer Rolle selten zu sehen

Zuvor war Said El Mala erstmals in Erscheinung getreten. Wagner ließ den Kölner Senkrechtsstarter im Zentrum agieren statt auf der gewohnten linken Außenbahn und damit hatte er Probleme. In der 26. Minute zeigte El Mala dennoch seine Klasse, nach einem starken Dribblings zirkelte er den Ball nur knapp am Winkel vorbei – es war erst seine dritte Ballaktion im Spiel. Kurz vor der Pause bereitete er eine weitere Topchance vor, Zetterer hielt aber gegen Kaminski, der sich den Ball zu weit vorgelegt hatte (41.).

Auch im zweiten Durchgang war Köln vor allem auf Konter aus, aber fand zunächst nicht mehr die Gelegenheiten dazu wie in der ersten Halbzeit. Doch auch für Schwäbe wurde es etwas ruhiger, Frankfurt ließ bei seinen vielen Ballstafetten das Tempo und besondere Ideen vermissen, die Angriffe liefen praktisch ausnahmslos nach dem gleichen Schema ab, mit dem die Defensive der Gäste wenige Probleme hatte.

Burkardt, Kalimuendo, Kaminski – drei Tore in fünf Minuten

Mit seinen Wechseln sorgte Riera in dieser Hinsicht allerdings für eine Veränderung, der Trainer brachte unter anderem Fares Chaibi ins Spiel und damit auch mehr Elan ins Offensivspiel. Ein Beispiel dafür gab es in der 66. Minute, als der Algerier antrat, in den Strafraum zog und mit einem Querpass Burkardt das 1:0 sehr einfach machte, der Stürmer drückte den Ball aus fünf Metern nur noch über die Linie.

Mit diesem Moment lief es bei Frankfurt, die Zielstrebigkeit war zurück – und Köln wieder voll in der Verliererspur. Kalimuendo erhöhte nur drei Minuten nach dem Burkardt-Treffer auf 2:0, wieder hatte vor seinem Abschluss mit Ayoube Amaimouni-Echghouyab ein Joker seine Füße im Spiel (69.).

Allerdings schaffte Köln das Comeback, nach einem hohen Ballgewinn sorgte Kaminski mit einer starken Einzelaktion für den Anschlusstreffer und hatte das Glück, dass sein Schuss abgefälscht wurde (70.). Die Partie kam jetzt richtig in Fahrt, Kaminski vergab kurz nach seinem Tor die Doppelchance zum Ausgleich (71./72.)

Castro-Montes krönt starkes Kölner Comeback

Danach beruhigte sich die Partie sportlich, aufgrund eines medizinischen Notfalls sorgte der eingestellte Support der beiden Fanlager auch akustisch für Ruhe. Aufregung herrschte wieder, als El Mala frei vor Zetterer auftauchte, aber auch am starken Eintracht-Keeper scheiterte, der sich zum wiederholten Male breitmachte und parierte (81.).

Kurz danach war aber auch Zetterer geschlagen – und auch auf Kölner Seite waren die Joker entscheidend. Marius Bülter kam nach einer Flanke an den Ball, brachte ihn wiedeer ins Zentrum, wo der ebenfalls eingewechselte Alessio Castro-Montes in Burkardt-Manier ins leere Tor einschob (83.). Dabei blieb es dann jedoch auch, Köln blieb zum achten Mal in Folge sieglos, aber holte einen tabellarisch und vor allem für das eigene Selbstvertrauen wichtigen Punkt.

Am Druck in den nächsten Partien ändert das allerdings nichts, nächste Woche Sonntag steht das Wagner-Team gegen Werder Bremen (15.30 Uhr) weiter unter Zugzwang. Für Frankfurt, das Siebter bleibt, kann den Kölnern beim Gastspiel beim VfL Wolfsburg am Tag zuvor (15.30 Uhr) Schützenhilfe leisten und zumindest den direkten Abstieg sehr unwahrscheinlich machen.