1. FC Heidenheim selbst für schwachen FC Augsburg zu schwach

Eren Dinkci

Stand: 15.02.2026 17:36 Uhr

Wie will der 1. FC Heidenheim den Abstieg verhindern, wenn er selbst in diesem Spiel keine Punkte holt? Der FC Augsburg brauchte beim 1:0 (0:0) sehr wenig, um das Schlusslicht der Fußball-Bundesliga zu besiegen. Alexis Claude-Maurice entschied die Partie mit einem Foulelfmeter in der 80. Minute.

Die erste Viertelstunde gehörte komplett den Heidenheimern, doch es zeigte sich wieder mal, dass das Team von Trainer Frank Schmidt zu viel Aufwand betreiben muss, um sich überhaupt Chancen herauszuspielen. Und so hatte Augsburg die erste Gelegenheit, allerdings wurde es auch beim Schuss von Kristijan Lakic aus 17 Metern, den Diant Ramaj problemlos abwehren konnte, nicht allzu gefährlich (18.).

Claude-Maurice mit dem Hauch einer Chance

Insgesamt gab es in der ersten Halbzeit keinen einzigen Moment, in dem ein Tor wirklich in der Luft lag. Augsburg hatte die deutlich reifere Spielanlage und so auch einige Angriffe, die in der Entstehung wirkten, als könne etwas passieren, deren Ausführung schlussendlich aber nicht gut genug waren. Das war auch so bei einem Konter, den Clauce-Maurice mit einem Schlenzer neben das Tor beendete (26.). Und so lieferten sich beide Teams eine absolute 0:0-Halbzeit.

Das Niveau blieb auch nach der Pause auf einem sehr überschaubaren Niveau – es wirkte aber nur bei Heidenheim so, als würde das Team etwas daran ändern wollen. Augsburg machte es sich in der Defensive relativ bequem und startete die jeweiligen Angriffsbemühungen im Ballbesitz nicht mit sonderlich viel Elan. Bei den Gästen machte sich dagegen bemerkbar, dass in dieser Saison ganz offensichtlich die Qualität fehlt, um die Erfolge der vergangenen Jahre zu bestätigen.

Zwayer pfeift Augsburger Traumtor weg

Und dann hatte auch noch Felix Zwayer etwas dagegen, dass die Partie endlich etwas Außergewöhnliches geboten bekam. Nach einem hohen Ball in den Heidenheimer Strafraum pfiff der Schiedsrichter ein vermeintliches Foulspiel von Marius Wolf ab, der seinen Gegenspieler leicht mit der Hacke berührt hatte, und verhinderte damit, dass der fulminante Schuss von Han-Noah Massengo aus 16 Metern in den Winkel Gültigkeit hatte (64.).

Kurz danach fehlte Marvin Pieringer bei seinem Abschluss aus ähnlicher Position diese Überzeugung, Finn Dahmen konnte seinen Versuch so mit einer Flugparade leicht abfangen (65.). Sollte das Spiel im letzten Viertel der Partie aber nach diesen Szenen doch noch an Unterhaltungswert gewinnen? Schließlich war vor allem Heidenheim in der Pflicht und hatte mit einem Sieg die Möglichkeit, auf drei Punkte an Relegationsplatz 16 heranzurücken.

Blackout von Gimber, als nichts drohte

Eren Dinkci hatte dazu die große Gelegenheit, nachdem sich Claude-Maurice in der eigenen Hälfte einen haarsträubenden Ballverlust geleistet hatte. Doch der Rückkehrer vom SC Freiburg nutzte die viele Zeit und den vielen Raum, den er hatte, nicht und schoss den Ball aus 16 Metern knapp am Tor vorbei (69.). Heidenheim blieb dennoch weiter auf dem Gaspedal, während Augsburg immer mehr den Bezug zum Spiel verlor. Einige heimische Fans quittierten das mit Pfiffen.

So bekam Jan Schöppner die nächste Chance zum 1:0, ganz frei schloss auch er aber mit nur sehr wenig Überzeugung ab und traf einen Augsburger Verteidiger – und das wieder total unbedrängt (73.). Und dann erwies sich Heidenheim selbst mal wieder einen Bärendienst. Nach einem Eckball riss Benedikt Gimber völlig unnötig Keven Schlotterbeck um, obwohl keine große Torchance in der Luft lag – es gab Elfmeter und den verwandelte Claude-Maurice zur schmeichelhaften Führung (80.).

Ramaj verhindert eine deutlichere Niederlage

In der Folge hatte Augsburg noch einige Konterchancen, Rodrigo Ribeiro vergab die beste davon, als er frei vor Ramaj scheiterte (83.). Dessen Vorderleute bekamen im Angesicht der nächsten Niederlage nichts mehr zustande und blieben bis zum Schlusspfiff chancenlos. So gab es die vierte Pleite in Folge, aus den nun vergangenen neun Partien hat Heidenheim nur zwei Punkte geholt, der Abstieg rückt so immer näher.

Eine weitere Chance, die Hoffnungen auf den Klassenerhalt (der Rückstand auf den 16. Werder Bremen liegt weiter bei sechs Punkten) zurückzuholen, bietet sich am kommenden Sonntag gegen den VfB Stuttgart (19.30 Uhr). Augsburg (jetzt sechs Zähler vor den Abstiegsplätzen) trifft am Samstag um 15.30 Uhr mit dem VfL Wolfsburg auf einen direkten Konkurrenten.